Anstoß - Die WM-Kolumne
Die Angst des Reporters vor dem Frauenfußball

Schießt Kim Kulig eigentlich immer so kräftig? Wenn Sport-Journalisten über Frauenfußball berichten schwingt immer auch ein bisschen Angst mit, nicht genug Ahnung zu haben. Und vor dem Gespenst "Schalke 05".
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BerlinIn den kommenden Wochen werde ich die deutsche Frauenfußballelf begleiten. Wo sie sind, bin auch ich. Das ist toll, sagen viele. Vor allem Freunde, die Familie. Ich aber weiß nicht so recht, irgendwie ist mir bang. Vor einer Männer-WM wäre ich gelassener, oder vor Olympischen Spielen.

Ich bin weder Chauvinist, noch Frauenfußballskeptiker. Die Spiele, die ich bisher gesehen habe, haben mir gefallen. Sehr sogar. Aber es waren zu wenige. Deshalb habe ich Angst. Angst vor dem Frauenfußball.

Die Furcht ist eher diffus, sie nagt an meinem Selbstverständnis. Ein Journalist sollte Bescheid wissen. Sonst kann ja jeder kommen. Sonst sieht man nur, was ist, und nicht, was es bedeutet. Ich gebe mir Mühe, aber trotz Testspiel-Besuchen und einem fast vollen Paniniheftchen: Noch ist mir der Frauenfußball fremd.

Ich bin mit Männerfußball aufgewachsen. Mit der Sportschau, Anpfiff und ran. Mit Männersprüchen, Männerspielen, Männerfakten. All die Spiele im Stadion, die Abende auf dem TV-Sofa, die Gespräche auf dem Pausenhof, am Kneipentresen. Ich weiß, dass Manuel Neuer ein Ultra war, dass Lukas Podolski es nur mit links kann und Bastian Schweinsteiger Cousinen in Whirlpools schätzt. Über Inka Grings weiß ich fast nichts.

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Flucht vor Karla Kick

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