Anstoß - Die WM-Kolumne
Gute Marta - Schlechte Marta

Sie lamentierte und meckerte, doch wurde nicht bestraft. Dass Marta das Spiel überhaupt beenden durfte ist ein Skandal findet THORSTEN GIERSCH. Zum Glück sorgte der Fußballgott am Ende doch noch für Gerechtigkeit.
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DüsseldorfARD-Mann Tom Bartels ist ohne Frage eine der besten Sportmoderatoren der öffentlich-rechtlichen Sender. Aber beim Viertelfinalspiel Brasiliens gegen die USA lag er mit seiner Einschätzung kilometerweit daneben: „Wer sonst sollte die Spielerin dieser Partie werden wenn nicht Marta.“ Die Zuschauer im Stadion hatten deutlich besser gesehen, was in diesem Spiel passiert war und machten das einzig Richtige: Sie pfiffen Marta bei jedem Ballkontakt gnadenlos aus. Nicht zum ersten Mal bei dieser WM, übrigens.
Denn die beste Fußballerin der Welt hat gezeigt, warum sie zwar das Zeug zu einer herausragenden Individualistin, aber nicht zur Lichtgestalt hat. Denn dass Marta überhaupt das Spiel beenden durfte ist nicht weniger als ein Skandal. So mancher Zuschauer dürfte angesichts der Vielzahl der unglaublichen Entscheidungen der australischen Schiedsrichterin Melksham als Momentaufnahme nur vermuten: Das Spiel ist verschoben – gerade weil ein Halbfinale ohne deutsche und brasilianische Beteiligung allzu unattraktiv wirkt.

Von der ersten Minute an lamentierte Marta ständig. Es war schlicht ein Witz, dass sie dafür erst kurz vor der Halbzeit mit einer gelben Karte bestraft wurde. Doch diese Warnung missachtete die Brasilianerin rigoros und meckerte weiter. Der Höhepunkt in der 52. Minute: Marta rennt nach einem Pfiff der Schiedsrichterin 20 Meter auf die Unparteiische zu – wild gestikulierend und mit lauten Worten um den gelben Karton bettelnd.
Die Regelauslegung lässt hier nicht zu, dass ein Auge zugedrückt wird: Spätestens jetzt musste Marta des Feldes verwiesen werden. Doch Melksham tat nichts – ganz anders wenige Minute später: Trotz ihrer schlechten Position pfiff sie nach einem Zweikampf zwischen Marta und Buehler Elfmeter für Brasilien. Die beiden Spielerinnen hatten sich gegenseitig festgehalten. Den Elfmeterpfiff ist wohlwollend mit höchst zweifelhaft zu umschreiben, die rote Karte für Buehler schlichtweg ein Witz, schließlich galt ihr nun wahrlich nicht harter Einsatz nur dem Ball.
Doch damit nicht genug: Die US-Torhüterin Solo hielt den Elfmeter von Christiane. Aus unerfindlichen Gründen ließ Schiedsrichterin Melksham den Elfmeter wiederholen. Dass das 2:1 in der 92. Minute für Brasilien aus einer glasklaren und eigentlich leicht erkennbaren Abseitsposition fiel, setzte dem ganzen die Krone auf.

Trotz der Führung überboten sich Marta und ihre Kolleginnen weiter in Unsportlichkeiten. Nächster Höhepunkt: Marta beschimpft des Publikums – auch mit eindeutigen Gesten. Die Linienrichterin stand einen Meter entfernt, hielt es jedoch nicht für nötig, die Unsportlichkeit mit der fälligen gelben Karte zu bestrafen. Es wäre schon der zweite, sichere Platzverweis gewesen.
Dass der Fußballgott mit dem späten Ausgleich der US-Amerikanerinnen und dem Erfolg nach Elfmeterschießen für Gerechtigkeit sorgte, gibt Marta in der Sommerpause nun die benötigte Zeit, über ihr Verhalten auf dem Platz nachzudenken.

Thorsten Giersch
Thorsten Giersch
Chefredakteur Business bei der Verlagsgruppe Handelsblatt / Geschäftsführer digital bei planet c

Kommentare zu " Anstoß - Die WM-Kolumne: Gute Marta - Schlechte Marta"

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  • Ich finde es unpassend das Marta oft mit Lionel Messi verglichen wird.

    Diego Maradonna fände ich angemessener:
    Genialer Fussballer mit einem Hang zur Unsportlichkeit
    Hand Gottes oder Doping für die Jüngeren unter uns.

  • danke für diesen beitrag. endlich einmal traut sich jemand die dinge beim namen zu nennen. marta mag eine großartige, wenn nicht die beste fussballspielerin derzeit sein. doch mit ihrem verhalten diskreditiert sie sich vollkommmen. einer weltfussballerin unwürdig und eigentlich nicht nachvollziehbar. zurecht - dass es auch dieses mal nicht zu m titel für sie reicht.

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