Im Sinne der Gleichberechtigung
Zeit für die heißesten Spielerinnen-Männer!

An derben Sprüchen und zweifelhaften Klischees zum Frauenfußball herrschte zu keiner Zeit ein Mangel. Doch zur bevorstehenden Weltmeisterschaft 2011 fehlt etwas anderes.
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DüsseldorfSachen gibt‘s, die gibt‘s gar nicht in den 70er Jahren. Computer, Ozonloch oder Flugzeuge, die schneller fliegen als der Schall. Auch Frauen, die Fußball spielen, waren damals vielfach undenkbar. Zwar war das Frauenfußball-Verbot des DFB zu Beginn des Jahrzehnts aufgehoben worden. Doch die Chauvis brachte das nicht zum Verstummen.  

Allen voran der einstige Sportstudio-Moderator Wim Thoelke in einer Sendung von 1970. „Frei von allen kleinlichen Sorgen wie Mann, Kinder und Haushalt“  sieht der Fernsehmann die „Damen Fußballerinnen“ über den Platz kicken. Nachdem „Mutter eine wunderbare Flanke über den Platz nach halblinks gegeben“ hatte, gab es eine „zarte Rempelei“. 

Als eine Torhüterin im Matsch landet, beruhigt Thoelke sogleich die gröhlenden männlichen Zuschauer. Dass Damen ihre Trikots selbst waschen verstehe sich von selbst, schmutzige Shirts der Männer, das wäre schlimm. Auch beim Anfeuern kommt der Chauvi in dem Moderator durch: „Decken, decken - nicht Tisch decken, Mann decken! Ja so ist‘s Recht.“

Hausfrauen, die den Ball ein bisschen über den Rasen rollen lassen - mit dieser Meinung über Fußballerinnen steht Thoelke nicht allein da. Bereits zuvor hatte sich ein wahres Gewitter an frauenfeindlichen Sprüchen entladen. 

„Das Nichttreten ist weiblich“ 

Ganz weit vorn ist sicher der niederländische Psychologe Fred. J.J. Buytendijk. Er resümierte über die Beschaffenheit des weiblichen Wesens im Jahre 1953: „Das Treten ist wohl spezifisch männlich; ob darum das Getretenwerden weiblich ist, sei dahingestellt. Jedenfalls ist das Nichttreten weiblich.“ 

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