TV-Kritik „Hart aber Fair“
Frauenfußball ist besser als C-Jugend

Müssen wir jetzt alle Frauenfußball gut finden? Ist es ein erzwungenes Sommermärchen? In Frank Plasbergs wöchentlicher Talk-Runde „Hart aber fair“ ging es diesmal um den Frauenfußball. An Klischees mangelte es nicht.
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DüsseldorfMit den Worten „tolle Spiele gibt es auch in der C-Jugend“ führt der Moderator gleich zu Beginn seinen „Hardliner“ an. Plasbergs Sendung ist nicht als Hort der Glückseligkeit bekannt, Diskussionen tänzeln, geschickt geleitet, gerne einmal auf der Grenze der Eskalation herum. Und dann geht es um ein Thema, was als ideologische Weiterführung des zentralen inneren Kampfes der westlichen Welt seit den 1960er-Jahren gesehen werden kann.

Gemeint ist die Emanzipation. Und es geht um die vielleicht unlogischste, aber emotional von wenig zu übertreffende Bindung, die Menschen einzugehen imstande sind – Fan sein. Auf beiden Seiten lasten schon vor Beginn soziologische und kulturhistorische Bleigewichte auf der Debatte. Und dann solch ein Einstieg: Das kann ja heiter werden!

Der so bezeichnete Hardliner entpuppt sich als Autor, Spiegel-Kolumnist und Marathonläufer Hajo Schumacher, vielleicht besser bekannt unter seinem Synonym Achim Achilles. Ihm zur Seite stehen Uli Stein, Ex-Nationaltorhüter und derzeit Torwarttrainer in Aserbaidschan, sowie Joachim Llambi, ehemaliger Profitänzer, Börsenmakler, Familienvater und TV-Juror. So zumindest der Plan.

Die Gegenseite bildet die Achse aus Bärbel Wohlleben, lebende Fußball-Legende und erste weibliche Schützin eines „Tor des Monats“, sowie die Geschwister Sabine und Rolf Töpperwien – sie Leiterin der WDR-2-Sportredaktion, er immerhin einstmals einer von Deutschlands populärsten Fußball-Kommentatoren.

Wie sich diese durchaus illustre Runde zusammengefunden hat, wird weder zu Beginn noch im Verlauf der Sendung aufgeklärt. Wohlleben und die Töpperwiens sind einleuchtende, gute Besetzungen. Was die andere Seite als Experten für Frauenfußball auszeichnet, ist zumindest bei Llambi und Schumacher zu keinem Zeitpunkt auszumachen. Viel schlimmer: Sie alle verweigern sich dem Auftrag, in dieser Runde die Bösen zu geben.

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  • ... Nur – ertaunlicherweise verfängt dieser Kommunikationsdruck bisher auf keine Weise. Das Interesse an dieser Veranstaltung bleibt vorerst begrenzt, keine Hysterie, wie sie sich die Protagonisten wünschen, keine freudige Erregung. Die Gründe sind offensichtlich. Zum einen dürfte es kaum etwas unästhetischeres geben, als Frauen, die Fußball spielen. Zum anderen lässt sich die Begeisterung für den Nationalsport eben nicht so einfach auf die Frauenmannschaften übertragen. Es ist und bleibt ein Männersport, der auf männlichen Tugenden beruht. Frauenfußball dagegen ist nur eine misslungene Karikatur.
    Nun mögen kritische Geister bezweifeln, dass der Frauenfußball-Hype tatsächlich einen politischen Hintergrund hat. Der Gegenbeweis ist schnell angetreten, denn die Protagonisten des Gender-Mainstreaming (erstaunlicherweise zumeist Männer) haben sich dieses Themas dankbar angenommen. Beispiel: Die natürlich aus Steuergeld finanzierte Saarbrücker ,,Frauenbibliothek”. Dort gibt es demnächst folgende Veranstaltung:
    Gekommen, um zu bleiben? Frauenfußball in Europa und Amerika. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ist das Sportereignis in diesem Jahr. In seinem Saarbrücker Vortrag zur Frauen-WM wird der amerikanische Sportwissenschaftler Andrei S. Markovits einen profunden Einblick in die Welt des Fußballs geben.
    Man täusche sich also nicht. Diese WM ist keineswegs ein harmloses Sportereignis. Sie ist durch und durch politisch und wird von den Linken Gender-Ideologen als gute Gelegenheit gesehen, auf dem Pfad der Umerziehung zur Geschlechtslosigkeit ein Stück voran zu kommen.

  • Es ist ein Teil des ambitionierten linken Umerziehungsprogrammes für Deutschland: das so genannte ,,Gender-Mainstreaming”. In Kürze bedeutet diese Ideologie, das sämtliche biologischen Geschlechtsunterschiede geleugnet werden. Sie werden von den Anhängern dieser Irrlehre als gesellschaftliche Konstruktionen gesehen, die es zu zerstören gilt. Das bedeutet für diese Leute in der Praxis, dass Männer und Frauen nicht nur gleichberechtigt sein sollen, sondern völlig und ununterscheidbar GLEICH. Unterschiede jeglicher Art, die in der verschiedenen biologischen Ausstattung der Menschen begründet liegen, kann es für solche Ideologen nicht geben. Im Extremen äußert sich dieser ideologische Wahn darin, dass Geschlechtslosigkeit angestrebt wird, Eltern ihre Kinder zum Beispiel ,,geschlechtslos” aufziehen und dass (nun auch in Berliner Schulen) offen für Homosexualität geworben wird.
    Gender-Mainstreaming ist inzwischen zu einem allgegenwärtigen Übel geworden. Erinnert sein an die Diskussion über Frauenquoten in Politik und Wirtschaft – auch das ist ein Ausfluss dieser Ideologie. Genau in dieser Diskussion äußert sich nun die ganze Absurdität des Konzeptes. Zum einen sieht man Geschlechtsunterschiede als ,,gesellschaftliche Konstruktion”, zum anderen diskriminiert man eben auf Grund dieser Unterschiede Männer. Hier offenbart sich der rassistische Gehalt des Gender-Mainstreaming deutliche.
    Zur Zeit sind wir nun mit einem propagandistischen Ausfluss dieser Ideologie konfrontiert, und es wird in den kommenden Wochen noch schlimmer werden. Die Rede ist von der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft. Da wird auf allen Kanälen – vom öffentlich-rechtlichen Staatsfunk bis zu den privaten Medien – mit aller Gewalt für diese Veranstaltung geworben. Es wird ein Kommunikationsdruck aufgebaut, wie man ihn selten erlebt hat. Sogar bis in den Tatort ist dieser bereits vorgedrungen. Dort wurde uns in jeder zweiten Einstellung erzählt, wie toll es doch ist, dass Frauen Fußball spielen...

  • Diese Diskussion ist so sinnlos wie die Diskussion mit der Frauenquote in der Wirtschaft insbesonder in den Vorstandsetagen. Fussball ist für den Breitensport die heilige Kuh in Dtl. und alle wollen und dürfen auch mitreden weil jeder der will es überall speilen kann und auch darf. Warum diee ganze Diskussion um Sinn oder Unsinn von Fussball gespielt von Frauen den vor und nach einer WM i Dtl. eben nicht so viele Zuschauer in den Stadien bzw. am fernseher verfolgen wollen oder auch nicht können. Im Endeffekt ist es ein Sport für den man sich entscheidet ihn zu schauen, egal ob von Frauen oder Männern betrieben. in der Leichtathletik gibt es diese diskussion schon seit Jahren nicht mehr. warum fragen sie sich jetzt, ganz einfach, weil Frauen und Männer zumindest parallel bei einem Leichtathletiksportfest auftreten. Zwar nicht in einer gemischten mannschaft, aber immerhin zusammen am seleben Tag. Dies sollte man in den höheren Ligen auch für den Fussball einführen, damit wäre zumindest gewährleistet das im Sog des Männerfissballs auch die Mädels mehr gesehen werden und dann entscheidet das Können und die Art des Spiels ob man(n) oder frau es am nächsten samstag im Stadion bzw. im Fernsehen wieder sehen wollen. Mann darf ja auch nicht die grosse Zielgruppe von Frauen missachten, die durch Werbung beim Frauenfussball auch angesprochen werden können. Es dauert eben alles seine Zeit, egal ob Frauenfussball oder Frauen in der Wirtschaft, aber macht es bitte nicht kaputt durch irgendwelche Talkrunden, etc. die eh keinen Interessieren weil dabei nichts rauskommt. besonders wenn so "wichtige" Teilnhemer dabei sind wie in der im Artikel gennanten Talkshow. Die Zeit wird es richten und wenn es eben nicht dazu kommt, dann ist es eben so. Dtl. wird daran nicht zugrunde gehen und die Frauen werden trotzdem sich weiter emanzipieren auch ohne Fussball, der doch schönsten Nebensache der Welt (zumindest für viele Männer), mehr ist es eben nicht.....;-)

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