Anne Trabant im Gespräch
„ DFB hat nicht erlaubt, dass Frauen Fußball spielen“

Anne Trabant ist eine lebende Legende des Frauenfußballs: Erste Spielführerin der Nationalelf, Weltmeisterin, Trainerin von Silvia Neid - und gewohnt um alles zu kämpfen. Über den mühsamen Weg zur Anerkennung.
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BerlinZeit Online: Frau Trabant, Sie sind in den 1950er und 1960er Jahren aufgewachsen. Damals war es sehr ungewöhnlich, dass Mädchen Fußball spielten. Wie sind Sie dazu gekommen?

Anne Trabant: Ich habe früh mit dem Fußballspielen angefangen. Mein Vater hat in der höchsten Amateurklasse in Niedersachsen gespielt. Da war ich an jedem Sonntag auf dem Sportplatz. Als ich acht Jahre alt war, habe ich dann mit den Jungs auf dem Bolzplatz gespielt. Und je nachdem, welcher Trainer gerade auf dem Platz war, durfte ich auch bei den Jungenmannschaften mittrainieren.

Aber spielen durften Sie noch nicht?

Nein. Das hat mich auch sehr traurig gemacht. Zumal ich als Mädchen mit neun oder zehn Jahren sogar besser war als mancher Junge. Aber der DFB hatte es damals noch nicht erlaubt, dass Frauen und Mädchen Fußball spielten.

Was haben Sie da gemacht?

Ich habe mit 14 Jahren ganz aufgehört Fußball zu spielen. Das war 1963. Ich habe dann andere Sportarten gemacht. Leichtathletik, Tennis und Handball. Selbst an der Universität im Sportstudium durfte ich Fußball nicht als Kurs belegen. Aber ich habe trotzdem mit den Jungs gekickt. Erst 1969 bin ich dann wieder zum Vereinsfußball gekommen.

Wie das?

Ich habe mein Sportstudium in Mainz angefangen und gleich am ersten Tag ein Plakat von Mainz 1817 gesehen. Der Verein warb darauf für ein Frauenfußballspiel. Ich bin hingegangen, habe mir das angeguckt und sogar eine Halbzeit mitgespielt. Der Trainer hat dafür eine Spielerin vom Feld genommen, die meine Schuhgröße hatte.

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