Damenfußball-Bundesliga
Dornröschenschlaf trotz Heim-WM

Fußball-Deutschland hat zwar eine Märchen-Prinz, doch auch die Topstürmerin lockt keine Zuschauermassen in die Bundesliga-Stadien. Die WM in Deutschland soll Dornröschen wach küssen - allerdings weiß niemand genau wie.
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FrankfurtNach der Weltmeisterschaft soll die Frauenfußball-Bundesliga aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden. Doch Märchenprinzen sind nicht in Sicht, und selbst die Spitzenfunktionäre des Deutschen Fußball-Bundes, der 20 Millionen Euro in die Nachhaltigkeitskampagnen rund um die WM gesteckt hat, sind skeptisch. „Den Transfer von der Nationalmannschaft auf die Bundesliga hinzubekommen, das ist kein Automatismus, sondern wird die größte Herausforderung überhaupt“, sagt DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Keine 900 Zuschauer hatte das Oberhaus mit zwölf Teams in der vergangenen Saison durchschnittlich, es gab auch Partien wie VfL Wolfsburg gegen SG Essen-Schönebeck mit offiziell 118 Besuchern. „Wir haben um die 2000, in drei bis fünf Jahren werden wir die Zuschauerzahl verdoppelt haben“, prophezeit Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt und von zahlreichen Nationalspielerinnen wie Birgit Prinz, Nadine Angerer oder Kim Kulig. Er spricht von einer „neuen Dimension“, in die der Frauenfußball nach der WM vorstoßen wird, räumt aber gleichzeitig ein: „Es wird nicht alles auf einmal anders sein.“

Das Jahresbudget von Pokalsieger und Rekordmeister Frankfurt beträgt derzeit 1,5 Millionen Euro, Dietrich will es in den nächsten zwei Jahren auf 2,5 Millionen steigern. „Die Wahrnehmung des Frauenfußballs hat einen neuen Grad erreicht, die Sponsoren sehen ihn als Boomsportart“, meint er. Doch wie genau die erwartete Begeisterung um die WM genutzt werden soll, darüber herrscht noch Uneinigkeit.

Nationalmannschaftsmanagerin Doris Fitschen hofft auf ein Halbprofitum, doch nur in Frankfurt können nach Angaben Dietrichs derzeit 15, 16 Spielerinnen vom Fußball leben. DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg sagt: „Es hat keinen Sinn, dass alle Nationalspielerinnen nur bei drei Vereinen spielen und dort möglicherweise auf der Bank sitzen.“

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