Fußball FIFA
Zwanziger: Erst Frauen-WM, dann Korruptionsskandal

Erst die Frauen-WM zelebrieren, dann den FIFA-Korruptionsskandal aufarbeiten: DFB-Präsident Theo Zwanziger hat seinen Kampf gegen Bestechung im Weltverband FIFA vertagt.
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Frankfurt/Main (SID) - Erst die Frauen-WM zelebrieren, dann den FIFA-Korruptionsskandal aufarbeiten: DFB-Präsident Theo Zwanziger hat seinen Kampf gegen Bestechung im Weltverband FIFA vertagt und will sich zunächst auf seine Gastgeberrolle bei der Frauenfußball-WM in Deutschland konzentrieren. "Jetzt feiern wir die Frauen-WM. Und wenn sich diese Frauen-WM dem Ende nähert, dann werden wir das Thema Korruption auch wieder öffentlich verarbeiten", sagte Zwanziger im ZDF-Morgenmagazin.

Unmittelbar vor dem Eröffnungsspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Kanada in Berlin (2:1) hatte sich Zwanziger mit FIFA-Präsident Joseph S. Blatter zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. Zuvor hatte der DFB-Boss eine externe Vernehmung der FIFA-Exekutivmitglieder gefordert, die im Zuge der Vergabe der WM 2022 an Katar unter Korruptionsverdacht stehen. Darauf will sich Blatter, der eine interne Aufarbeitung fordert, aber offensichtlich nicht einlassen.

Dennoch berichtetet Zwanziger von einem "sehr, sehr guten Gespräch" mit Blatter. "Wir sind uns in der Sache doch sehr einig. Der Feind der Korruption ist die Transparenz. Und wenn man einen Vorgang aufklären muss, der unter Korruptionsverdacht steht, dann braucht man bei der Aufklärung kompetente Leute. Denn den Fans kann man eine unter Korruptionsverdacht stehende WM einfach nicht vermitteln", sagte Zwanziger.

Allerdings hatte der Jurist bei seinem Kampf gegen die Korruption im Weltverband bereits bei der DFB-Präsidiumssitzung am vergangenen Freitag einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen. Zwar unterstütze das DFB-Präsidium generell den Vorschlag von Zwanziger, Veränderungen in den FIFA-Statuten herbeizuführen. Der von Zwanziger vorgelegte Fünf-Punkte-Plan muss aber nach Angaben der Liga noch ausgefeilt werden.

"Der vorgelegte Fünf-Punkte-Plan des DFB-Präsidenten ist ein guter Anfang, an dem nunmehr weiter gearbeitet werden muss, um eine deutsche Position in dieser Angelegenheit zu schaffen. Dazu habe ich in der Präsidiumssitzung bereits einige weiterführende Anmerkungen gemacht", sagte Liga-Boss Reinhard Rauball.

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