Doping-Skandal um Nordkorea
Zahl der Sünderinnen steigt auf fünf

Der Doping-Skandal um die nordkoreanische Frauen-Nationalmannschaft weitet sich aus. Drei weitere Spielerinnen wurden des Dopings mit Steroiden überführt. An Erklärungen mangelt es Nordkoreas Betreuern jedoch nicht.
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FrankfurtDrei weitere Spielerinnen der Frauenfußball-Nationalmannschaft Nordkoreas sind bei der WM in Deutschland positiv auf anabole Steroide der Gruppe S1B getestet worden. Das gab der Weltverband FIFA am Samstag in Frankfurt bekannt. Namentlich wurden die Spielerinnen nicht genannt.

Die gesamte nordkoreanische Mannschaft hatte nach dem 0:0 in der Vorrunde gegen Kolumbien bei einer „zielgerichteten Fahndung“ zur Dopingkontrolle antreten müssen. Zuvor war im Urin von Song Jong Sun und Jong Pok Sim eine verbotene Substanz gefunden worden. Einen Tag vor dem Endspiel zwischen den USA und Japan (Sonntag, 20.45 Uhr) in Frankfurt wirft der Skandal einen Schatten auf das Endrundenturnier.

Jiri Dvorak, Medizinischer Direktor des Weltverbandes, erklärte, dass nordkoreanische Betreuer bereits nach den ersten beiden Dopingfällen ein Mittel präsentiert hatten, das Auslöser der positiven A- und B-Proben gewesen sein soll. Dabei handelt es sich um ein Drüsenextrakt, das von einem Moschushirsch gewonnen wurde.

Nordkorea sah darin "eine traditionelle chinesische Medizin", die bei den Spielerinnen nach dem angeblichen Blitzeinschlag im Trainingslager eingesetzt worden war. Allerdings enthielt das Extrakt des Hirsches gleich 14 verschiedene anabole Steroide, von denen vier auf der Anti-Doping-Liste stehen.

"Das ist für uns natürlich ein Schock. Es handelt sich hierbei um einen ganz groben und schlimmen Dopingfall. Es schmerzt, wenn man sieht, dass fast eine ganze Mannschaft betroffen ist. Ob dafür wirklich der Blitzeinschlag verantwortlich ist, wissen wir natürlich nicht", sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Die Disziplinarkommission der FIFA werde nun über weitere Konsequenzen entscheiden.

Agentur
sid 
SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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