Frauen-WM
Deutschland schaut zu, die Welt schaut weg

Ausverkaufte Stadien, sensationelle Einschaltquoten: Die Frauen-WM kommt in Deutschland trotz aller Bedenken und Diskussionen an. Außerhalb des Gastgeberlandes ist die Resonanz geringer - wegen Robinho und den Yankees.
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FrankfurtDeutschland feiert die Weltmeisterschaft - aber der Rest der Sportwelt bekommt von der Party wenig mit. Selbst im Land des Olympiasiegers findet das Endrundenturnier kaum Anklang: Zwar räumen Fernsehsender und Zeitungen in den USA dem amerikanischen Team Platz ein und der Sportkanal ESPN zeigt sogar alle Spiele live. Doch von großem Interesse oder gar Begeisterung kann keine Rede sein.  

Die laufende Baseball-Saison interessiert natürlich mehr. Außerdem zeigen sich die Amerikaner gegenüber Frauensportarten generell sehr zurückhaltend. Experten erwarten auch nicht, dass die US-Girls bei einem erfolgreichen Turnierverlauf jemals an die Begeisterung der Heim-WM von 1999 anknüpfen können: damals sahen über 90.000 Zuschauer in Pasadena den 5:4-Triumph im Elfmeterschießen gegen China - Weltrekord. Und rund 40 Millionen saßen vor den Fernsehern - mehr als beim Basketball oder Eishockey in manchen Jahren. Dabei gibt es nach Angaben des Dachverbandes USFF rund fünf Millionen Fußballerinnen in den USA. Doch auf das Publikum springt der Funke nicht über.  

In Brasilien werden zwar viele WM-Spiele übertragen, aber wegen der Zeitverschiebung von minus fünf Stunden laufen die Partien zur ungünstigen Mittags- und Nachmittagszeit. Die Spiele der „Seleção Feminina“ und die Tore der fünffachen Weltfußballerin Marta werden aber ausführlich in den Printmedien analysiert.  Doch der Vize-Weltmeister muss um die Gunst der Zuschauer buhlen, denn in Argentinien läuft noch bis 24. Juli die renommierte Copa América. Und dort kämpft auch Brasiliens Männer-„Seleção“ mit Topstars wie Robinho und Neymar um die Südamerika-Krone.  

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