Frauenfußball-WM
Sieg gegen Nordkorea bringt der USA die Tabellenführung

Eine im Vorfeld zum Klassenkampf hochstilisierte Partie entschied die USA gegen Nordkorea erst nach Anfangsproblemen. Der Trainer der Asiatinnen hatte für die Niederlage allerdings seine ganz eigene Erklärung.
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DresdenNein, ein zweiter Händedruck wäre dann vielleicht doch etwas zu viel des Guten gewesen. So beließen es die beiden Spielführerinnen Christie Rampone und Jo Yun Min bei einem Wimpeltausch und einem kurzen Shakehands, statt des eigentlich obligatorischen zweitem drehten sich beide um und beteiligten sich lieber am Spielerkreis ihrer Mannschaftskolleginnen. Auf dem Feld war von den im Vorfeld heiß diskutierten politischen Verwicklungen aber nicht viel mehr zu sehen – außer man wollte die Tatsache überinterpretieren, dass die Amerikanerinnen vom Start weg engagiert loslegten. Dass es am Ende 2:0 (0:0) für die USA stand, lag aber dem Lager Nordkoreas zufolge nicht nur an dem besseren Spiel der USA.

Nordkoreas Trainer Kim Kwang Min hatte seine ganz eigene Erklärung für die Niederlage seines Teams. Mehrere seiner Spielerinnen, die Torhüterin, vier Angreifer und einige Mittelfeldspielerinnen, seien am 18. Juni in Pjöngjang von einem Blitz getroffen worden sein, fünf mussten im Krankenhaus behandelt werden. „Die Ärzte haben gesagt, dass sie nicht spielen können. Deshalb hatten wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr genug Kraft.“ Und überhaupt, unter diesen Umständen so lange mitgehalten zu haben sei einzig und allein dem starken Willen geschuldet. Selten herrscht in einer offiziellen Fifa-Pressekonferenz wohl ein größeres Staunen.

Für US-Coach Pia Sundhage ebenfalls neu und kein Grund, von der Einschätzung ihres Teams abzuweichen: „Wir haben heute gezeigt, dass wir für den WM-Titel bereit sind.“ Das bestätigte auch die zur „Spielerin des Spiels“ gewählte Abby Wambach: „Wir sind genau in der Ausgangslage, die wir haben wollten. Unsere Erfahrung macht uns stark.“

Stark präsentierten sich die USA von Beginn an: Fast zwei Minuten waren bereits vergangen als Nordkorea das erste Mal mit Ball die Mittellinie überquerte, bis dahin hatte die Amerikanerinnen vor 21.859 Zuschauern durch Amy Rodriguez bereits den ersten Warnschuss abgegeben.

Im Anschluss an die 120-sekündige Eröffnungsoffensive der USA verflachte das Spiel dann aber relativ schnell wieder. Gute Ideen wurden durch Fehlpässe oder technische Fehler im Ansatz erstickt. Erst ein Konter der Nordkoreanerinnen, bei dem der Schuss von Ra Un Sim noch geblockt werden konnte und ein Kopfball von Carli Lloyd in die Arme von Torfrau Hong Myong Hui sorgten für zumindest ein bisschen Gefahr, ebenso wie Lauren Cheneys Schuss, den die nordkoreanische Keeperin nur mit Mühe entschärfen konnte (11.)

Der erste richtig sehenswerte Angriff über Heather O’Reilly und die amerikanische Top-Torjägerin Abby Wambach landete nach knapp 20 Minuten bei Carli Lloyd, deren erster Versuch durch eine energische Grätsche geblockt wurde, der zweite war zu schwach und unplatziert (21.). Auf der Gegenseite landete ein Weitschuss von Jon Myong Hwa nach einer sehenswerten Finte im Fangzaun.

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Klare Verhältnisse in Halbzeit zwei

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