Sieg gegen Äquatorialguinea
„Matildas“ wahren Chance aufs Viertelfinale

Spannung pur in Bochum: In einer packenden, mal anspruchsvollen, mal überharten Partie hat sich Australien knapp gegen Äquatorialguinea durchgesetzt. Dass der Sieg nicht höher ausfiel, lag besonders an individuellen Fehlern.
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BochumNorbert Lammert hat in der Vergangenheit bereits viel Leid gesehen im Bochumer WM-Stadion. Als Fan des heimischen VfL musste der Bundestagspräsident in den letzten sechs Jahren zwei Abstiege hinnehmen, zuletzt verpassten die Westfalen zuhause die erneute Rückkehr in die deutsche Beletage. Man nimmt es dem CDU-Politiker also durchaus ab, wenn er vor dem Spiel zwischen Australien und Äquatorialguinea freut, ein „Heimspiel“ endlich mal entspannt betrachten zu können.

Und was Lammert zu sehen bekam war durchaus unterhaltsam: Mit dem ersten gelungenen Angriff gingen die Australierinnen vor 15.640 Zuschauern bereits in der achten Minute in Führung: Nach einem Ballgewinn von Sally Shipard im Mittelfeld spielte die erst 17-Jährige Emily van Egmond ihre Stürmerin Heather Garriok sehenswert frei, deren Schuss konnte Äquatorialguineas Torfrau Miriam nur abklatschen – Leena Khamis vollendete aus Nahdistanz.

Kurz darauf kam es zur bis jetzt kuriosesten Aktion der laufenden Endrunde: Nach einem Pfostenschuss von Khamis nahm Äquatorialguineas Verteidigerin Bruna den Ball einfach in die Hand, hielt ihn drei Sekunden und ließ ihn dann wieder fallen – wohl im falschen Glauben, es wäre Abseits gepfiffen worden. Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal aus Ungarn sah die Aktion – und ließ das Spiel aus irgendeinem Grund trotzdem weiterlaufen, anstatt einen Handelfmeter zu pfeifen.

Ob tatsächlich diese Entscheidung die Afrikanerinnen beflügelte ist unklar. Auf jeden Fall war Äquatorialguinea danach im Spiel. Zunächst scheiterte die wieder einmal auffälligste, Genoveva Anonma, knapp (19.), zwei Minuten später traf die künftige Potsdamerin dann aber doch.

Australiens Abwehrspielerin Servet Uzunlar ließ sich als „letzte Frau“ ohne große Gegenwehr den Ball abnehmen, Anonma drehte noch einen Schnörkel um Keeperin Lydia Williams und vollendete trocken ins leere Tor.

Es entwickelte sich eins dieser Spiele, das Trainer hassen und Zuschauer lieben: Australien suchte mit fast 70 Prozent Ballbesitz und teilweise sehr sehenswerten Kombinationen in der ersten Halbzeit konsequent den Weg nach vorne, Äquatorialguinea stand unsicher, konterte aber immer mal wieder gefährlich. So ergaben sich fast zwangsläufig immer wieder gefährliche Aktionen: Khamis setzte einen Kopfball knapp über das Tor (29.), Spielführerin Collette McCallum traf mit einem starken Freistoß nur die Unterkante der Latte (43.).

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