Spiel um WM-Bronze
Heißer Kampf um die goldene Ananas

Her mit der „goldenen Ananas“: Vor dem Spiel um Platz drei kann von Motivationsproblemen bei Schweden und Frankreich nicht die Rede sein – zumindest bei den Französinnen. Und das trotz Verbannung in die Fußball-Provinz.
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Sinsheim/DüsseldorfSinsheim ist nun wahrlich nicht der Ort für dramatische Fußball-Feste. Die Rhein-Neckar-Arena ist nicht die Signal Iduna Park, kein Wembley, kein Azteken-Stadion. Es ist die Heimat der TSG Hoffenheim, nach rauschhaftem Aufstieg in die erste Liga mittlerweile eine der grausten Mäuse des deutschen Profifußballs. Sinsheim selbst ist tiefste Provinz, gelegen im Niemandsland zwischen Mannheim, Heidelberg, Heilbronn und Karlsruhe. Dennoch strömten zu den drei Spielen im dortigen Prachtbau 71.401 Zuschauer – das entspricht einer Auslastung von rund 93 Prozent. Und das Spiel um Platz drei an diesem Samstag ist ausverkauft.

Bloß nicht nach Sinsheim, lautete die Devise für die deutsche Fußballnationalmannschaft, aber auch für zahlreiche Medienvertreter. Beiden wurde der Wunsch durch das Ausscheiden des DFB-Teams im Viertelfinale erfüllt. Jetzt müssen sich die Kollegen aus Frankreich und Schweden mit den ländlichen Gegebenheiten herumplagen. Schon in Wolfsburg drohte die ein oder andere Delegation, weit nach Schlusspfiff im Stadion zu stranden. Nur das beherzte Eingreifen des VfL Wolfsburg verhinderte Schlimmeres. Für Sinsheim lässt das nichts gutes hoffen. Doch auch auf der vielleicht glanzlosesten Bühne dieser Weltmeisterschaft versprechen die auftretenden Ensembles eine ansprechende Vorstellung. Die Kontrahenten bewiesen jedoch höchst unterschiedliche Wege, an das Spiel heran zu gehen.

Die Französinnen gingen entspannt auf Shopping-Tour, die Schwedinnen saßen zur Trauerarbeit bei ihrem Psychologen. Die Gemütslage nach dem Scheitern im Halbfinale ist völlig konträr. „Bronze ist das, was wir noch nicht haben. Es wäre der Verdienst für zwei Jahre sehr harte Arbeit“, sagte die französische Spielführerin Sandrine Soubeyrand.

„Uns braucht niemand zu motivieren“, erklärte Trainer Bruno Bini und verglich die Ausgangsposition von „Les Bleues“ mit derjenigen der deutschen Männer bei der Heim-WM 2006. „Die Deutschen waren mit dem dritten Platz glücklich. Die französischen Männer aber waren nach dem verlorenen Finale gegen Italien unglücklich“, meinte der 56-Jährige.Sein Team wäre mit einem Sieg im „kleinen Finale“ in der mit 25.515 Zuschauern ausverkauften Rhein-Neckar-Arena sehr zufrieden.

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