Superstar Marta
Die Unvollendete

Brasiliens Superstar Marta steht wie keine andere Spielerin bei der Frauen-WM im öffentlichen Fokus. Auch und gerade zum Auftakt gegen Australien. Von der fünfmaligen Weltfußballerin wird Gala um Gala erwartet - und endlich der Titel.
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MönchengladbachMarta Vieira da Silva. Die Namen brasilianischer Fußballerinnen und Fußballer klingen meist schon wie ein Versprechen. Spiellaune, Spielästhetik, Spielkunst – kein Wunder, dass sich da häufig ein kurzer Rufname als Künstlername einbürgert. Frau da Silva hört auf ihren Vornamen: Marta. Und verbreitet unter diesem Angst und Schrecken (Gegner) oder Verzücken (Fans).

Als am Mittwoch ihr Name im Vorfeld des Spiels gegen Australien bei der Mannschaftspräsentation durch das WM-Stadion in Mönchengladbach hallt, wird es auf den Rängen ganz besonders laut. Brasilien ist ein total fußballverrücktes Land, mit total fußballverrückten Anhängern. Das Problem: Die Fans sind erfolgsverwöhnt. Die Herren sind Rekordweltmeister, die Damen haben in den vergangenen Jahren durch starke Auftritte auf sich aufmerksam gemacht. Silber bei Olympia, Vize-Weltmeister 2007 - Achtungserfolge, die untrennbar mit Marta verbunden sind. Eingebrannt hat sich allerdings auch ihr verschossener Elfmeter im WM-Finale 2007 gegen Deutschland. Marta, die Unvollendete.

Sie ist keine beeindruckende Erscheinung. 1,62 Meter ist sie groß, damit nur unwesentlich kleiner als „Zauberfloh“ Lionel Messi. Es sind derzeit die kleinen, quirligen, die den Weltfußball prägen. Marta ist eine begnadete Technikerin, antrittsschnell, dribbelstark, sicher im Abschluss und gleichzeitig mit dem Auge fürs Spiel und die Mitspielerinnen gesegnet. Marta ist Brasiliens schlagkräftigste Waffe – und das ist gleichzeitig Brasiliens größtes Problem.

Es ist Mitte der ersten Halbzeit im Auftaktmatch gegen Australien, als sich Martas Körpersprache von positiv-aggressiv in Richtung Ratlosigkeit verschiebt. Sie fordert, sie meckert, sie signalisiert - aber das Spiel läuft weitgehend an ihr vorbei. Das liegt sich nicht an ihrer erst 16-jährigen Gegenspielerin Caitlin Foord, die zwar für ihr drittes Länderspiel einen soliden Job macht. Es liegt vielmehr daran, dass die Brasilianerin schlichtweg und total unerklärlich nicht in Szene gesetzt wird. Es ist die beeindruckende Demonstration, dass Fußball ein Mannschaftssport ist - Klischee hin oder her.

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