USA bei der Frauen-WM
Der Favorit, dem niemand zujubelt

Die USA sind im Frauenfußball seit Jahrzehnten eines der dominantesten Teams. In Amerika tut sich der Sport bei Vermarktung und Anerkennung allerdings schwer - auch wenn das schon einmal anders war.
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New York/DüsseldorfFußball ist in den USA Frauensache. Diese Erkenntnis hat sich im „alten Europa“ mittlerweile etabliert. Tatsächlich tun sich die meisten Amerikaner schwer mit „Soccer“, bei dem so wenig Punkte fallen, es nur zwei Halbzeiten gibt und sich der Event-Charakter eines stundelangen Foot-, Base- oder Basketball nicht so recht einstellen mag. . Zu groß sind die Vorurteile, dass Fußball ein zu langsamer, langweiliger Sport ist. Frauenfußball ist weniger körperbetont, dafür taktisch geprägter. Aber auch der Leistungsunterschied zwischen verschiedenen Teams, gerade im Fitness-Bereich, ist oftmals enorm. Und so verwundert es nicht, dass eine der besten Nationalmannschaften der Welt verhältnismäßig wenig Beachtung findet. Oder doch?

„Soccer“ hatte es eigentlich schon einmal geschafft. Die USA holten bei den Frauen zwei Weltmeisterschaften, zwischen 2001 und 2003 gab es in Nordamerika die erste Frauen-Profiliga überhaupt. Stars aus aller Welt, darunter auch Birgit Prinz, Maren Meinert und Steffi Jones, tummelten sich in der damaligen WUSA. Die WM-Turniere 1999 und 2003 fanden ebenfalls in den USA statt, den Titelgewinn 99 sahen über 90.000 Zuschauer live im Stadion. Mittlerweile gibt es erneut eine professionelle Fußballliga, die sich WPS (Women’s Professional Soccer) nennt.

Aber WM-Euphorie, trotz Weltranglistenposition eins? Fehlanzeige. Keine Spur von Vuvuzela-Feeling, auch Sammelbilder, wie in Deutschland jetzt zum ersten Mal bei einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft, gibt es nicht. Noch nicht einmal die für die USA typischen Snack-Pakete, um sich den Abend - oder in diesem Fall den Nachmittag - vor dem Fernseher nett zu machen. Im Vergleich hierzu der vierte Teil von „Fluch der Karibik“: Der hat sogar ihre eigenen Maisflips. Von der Jahreszeit günstig gelegen, sollte man in den USA, dem Land der Outdoor-Fernseher und Monster-Barbecues, zumindest eine WM-Grillsauce erwarten können. Aber das schafft ja noch nicht einmal das Austragungsland. Deutschland als Austragungsort.

Und genau hier liegen aber die Probleme. Wie der Frauenfußball insgesamt, haben es auch die Amerikanerinnen nicht leicht, ihre Sportart an den Zuschauer zu bringen, Sponsoren zu finden und somit Merchandising-Produkte zu platzieren. Das wirkt sich über die Vermarktung direkt auf die Gehälter aus.

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