Viertelfinal-Krimi
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mit großer Moral haben sich die USA gegen Brasilien das letzte Halbfinal-Ticket gesichert. Für die „Selecao“ bedeutet das Aus jedoch ein weiteres großes Turnier ohne Titel. Was bleibt, ist die Hoffnung.
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DresdenDie Rechnung schien simpel: Ohne Deutschland als Gastgeber und großem Favoriten ist die WM im eigenen Land eigentlich nichts mehr wert. DFB-Präsident Theo Zwanziger musste sich der Frage stellen, OK-Chefin Steffi Jones ebenfalls – beide wiesen die These natürlich mit Vehemenz zurück. Was sollen sie auch machen?

Sie hätten einfach knapp 20 Stunden abwarten können - und die Frage hätte sich auf dem Platz selbst beantwortet. Denn das Spiel zwischen den USA und Brasilien im letzten Viertelfinale am Sonntagabend in Dresden bewies, dass die Lust auf die WM immer noch da ist – und Deutschland offenbar ein neues Lieblingsteam hat.

Es lief die 115. Minute, als sich das Publikum im Rudolf-Harbig-Stadion endgültig positionierte. Abwehrspielerin Erika war gerade auf wundersame Weise von ihrer Trage gehüpft, nachdem sie zuvor fast drei Minuten intensiv auf dem Platz behandelt wurde – der Höhepunkt einer brasilianischen Demonstration, wie man fast eine komplette Verlängerungshälfte damit verbringen kann, das Spiel zu verzögern.

Womit die Südamerikanerinnen vermutlich nicht gerechnet hatten, war die Tatsache, dass das sonst bei dieser WM bei nicht-deutschen Spielen in der Masse so konsequent neutrale Publikum doch Partei ergreifen könnte. Plötzlich kamen „USA“-Rufe auf, die im ganzen Stadion immer lauter wiederholt wurden. US-Trainerin Pia Sundhage sollte später auf der Pressekonferenz davon reden, dass „die Zuschauer Ahnung von Fußball haben.“

Ganz so einfach war es aber nicht. Dass die USA sich innerhalb von 120 Minuten zum deutschen Favoriten spielte, hatte drei Gründe: Das stellenweise sehr unsympathische Auftreten Brasiliens, der unbändige Kampf der Amerikanerinnen in Unterzahl und nicht zuletzt das Ausscheiden Deutschlands. Wurde bisher jede Mannschaft als mögliche Konkurrenz betrachtet, können die Zuschauer jetzt objektiv an die Spiele herangehen.

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Brotlose Kunst gegen kunstloses Brot

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