WM-Halbfinale
Schweden will Japans Titel-Mission stoppen

Die schwedischen Fußball-Frauen sehen dem WM-Halbfinale gegen Japan gelassen entgegen. Sie vertrauen auf ihre physische Überlegenheit. Doch dass Körpergröße nicht alles ist, hat das DFB-Team schon schmerzlich gelernt.
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FrankfurtEs ist auch in Japan ungewöhnlich, dass sich morgens um vier Uhr rund zehn Millionen Menschen vor den Fernseher setzen und die Spiele der Frauen-Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft im weit entfernten Deutschland anschauen. „Das ist eine sehr gute Quote“, sagt ein japanischer Journalist über das Zuschauerinteresse beim Viertelfinalspiel gegen Deutschland. „Die Fußballfrauen werden bei uns immer beliebter.“

Dieses Phänomen war schon bei den Sommerspielen in Peking vor drei Jahren zu beobachten, als die Fußballfrauen die besten Einschaltquoten aller Sportarten im japanischen Fernsehen hatten. Die Entstehung zum entscheidenden Tor von Karima Maruyama war der Sportzeitung Nikkan Sports sogar eine taktische Zeichnung sowie vier Extraseiten wert.

Japan hat eine Mission zu erledigen

Dass die Mannschaft von Trainer Norio Sasaki vor dem Halbfinale gegen Schweden am Mittwoch (20.45) in Frankfurt besonders ins Blickfeld der japanischen Öffentlichkeit gerückt ist, liegt auch an dem verheerenden Erdbeben und der Atomkatastrophe in Fukushima. Das Transparent mit dem Dank an die Welt rollten die Spielerinnen auch nach dem Sieg gegen die deutsche Mannschaft wieder aus. Wie schon nach den Gruppenspielen verbeugten sich Japans Fußballerinnen symbolisch - für die weltweite Unterstützung für ihr Land.

„Wir können zwar keine direkte Botschaft an unsere Landsleute senden“, sagte Spielführerin Homare Sawa, „aber wir wollen sie zumindest an unseren Spielen teilhaben lassen.“ Eine besondere Motivation ist vor dem Halbfinale nicht mehr nötig. „Wenn wir so spielen wie wir können, dann gewinnen wir gegen Schweden sicher“, tönt Yuki Nagasato, die in der Bundesliga für Turbine Potsdam aufläuft.

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Schweden hofft auf Kopfballstärke

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