+++ Liveblog zur Attacke in Dortmund +++
BVB verliert 2:3 gegen Monaco

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sind zwei mutmaßliche Islamisten in den Fokus der Ermittler gerückt. Einer der beiden wurde festgenommen. Der BVB verlor das Hinspiel am Abend.
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DortmundFußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist kurz vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den AS Monaco mit drei Sprengsätzen angegriffen worden. Durch die Detonationen in unmittelbarer Nähe des Mannschaftsbusses wurde der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra schwer am Arm verletzt. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Am Mittwoch sind zwei Verdächtige aus dem islamistischen Spektrum in den Fokus der Ermittler gerückt. Einer der beiden Verdächtigen wurde festgenommen. Medienberichten zufolge soll es sich um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal handeln.

  • Drei Sprengsätze explodierten am Dienstagabend in einem Gebüsch, als der BVB-Mannschaftbus vorbeifuhr. Die Sprengsätze sind nach BKA-Angaben mit Metallstiften bestückt gewesen.
  • BVB-Spieler Marc Bartra wurde schwer am Arm verletzt und operiert, ein Polizist erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.
  • Das Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco wurde auf Mittwochabend um 18.45 Uhr verschoben.
  • Am Tatort wurden drei textgleiche, angebliche Bekennerschreiben gefunden. Es gibt erhebliche Zweifel an der Echtheit eines im Internet veröffentlichten, angeblichen linksextremistischen Bekennerschreibens.
  • Am Mittwoch sind zwei Verdächtige aus dem islamistischen Spektrum in den Fokus der Ermittler gerückt. Einer der beiden wurde festgenommen.
  • Borussia Dortmund hat das Hinspiel am Mittwochabend mit 2:3 (0:2) verloren.

+++ Polizei in Dortmund überprüfte verdächtige Gegenstände am Stadion +++
Nach Abpfiff des Champions-League-Spiels von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco hat die Polizei zeitweise Ausgänge gesperrt, um verdächtige Gegenstände im Stadion zu überprüfen. Beamten waren zwei Rucksäcke und ein Roller aufgefallen, wie die Dortmunder Polizei am Abend twitterte. Spezialisten gaben dann nach kurzer Zeit Entwarnung.

+++ BVB verliert trotz starkem Spiel +++

Trotz einer starken zweiten Halbzeit unterliegt Borussia Dortmund dem AS Monaco mit 2:3 (0:2). Die Mannschaften haben auf den Terror vom Vortag dabei in der bestmöglichen Weise geantwortet: Mit einem großartigen Fußballspiel.

+++ Der BVB liegt zurück +++

Sportlich läuft es schlecht für Borussia Dortmund: Gegen AS Monaco liegt das Team von Thomas Tuchel mit 0:2 zurück. Tuchel hatte im Gegensatz zu BVB-Chef Hans-Joachim Watzke die schnelle Wiederansetzung des Champions-League-Spiels nur einen Tag nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus kritisiert. „Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen“, sagte der Coach am Mittwochabend kurz vor dem Anpfiff im TV-Sender Sky. In Nyon sei entschieden worden, „wird gleich noch gespielt oder wird am nächsten Tag gespielt, ohne dass das Ausmaß irgendwie klar war“, sagte Tuchel weiter und kritisierte damit auch die Europäische Fußball-Union UEFA. „So ist es ein etwas ohnmächtiges Gefühl.“

+++ Der Ball rollt in Dortmund +++

Mit dem Anpfiff geht es bei Borussia Dortmund und dem AS Monaco wieder um Fußball.

+++ Watzke sieht Spielansetzung als richtiges Zeichen+++

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke sieht die umgehende Neuansetzung des Champions-League-Spiels gegen AS Monaco nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund als richtiges Zeichen. „Ich bin der Mannschaft unheimlich dankbar, dass sie sich zur Verfügung stellt“, sagte der Borussia-Geschäftsführer dem TV-Sender Sky am Mittwoch kurz vor Anpfiff des Viertelfinal-Hinspiels.

„Das Wichtigste ist, dass die Demokratie und unsere freiheitliche Grundordnung auf dem Prüfstand steht und die müssen wir stärken. Da leistet die Mannschaft einen weltweit beachteten Beitrag“, fügte Watzke hinzu.

+++ Teams sind im Stadion eingetroffen +++

Die Mannschaften von Borussia Dortmund und AS Monaco sind der Polizei zufolge im Stadion eingetroffen. Die starken Sicherheitsvorkehrungen vor dem Spiel sind auch bei der Einfahrt des Gäste-Busses in den Signal Iduna Park deutlich geworden. Am Mittwochnachmittag gegen 17.25 Uhr wurde der Bus unter Begleitung von vier Polizeifahrzeugen vor die Tribüne geleitet. Um 18.45 soll die aus mehreren Gründen brisante Partei angepfiffen werden.

+++ Verletzter Fußballprofi Bartra: „Es geht mir deutlich besser“ +++
Dem beim Anschlag auf den Mannschaftsbus verletzten Dortmunder Fußballprofi Marc Bartra geht es nach eigenen Angaben „deutlich besser“. Das schrieb der 26-Jährige am Mittwoch bei Twitter und Instagram auf spanisch und englisch. Auf einem Foto trägt der lächelnde Spanier einen Gipsarm und reckt den Daumen der gesunden linken Hand in die Luft. „Meine ganze Kraft widme ich meinen Mannschaftskameraden, den Fans und dem BVB für heute Nacht“. Bartra war bei dem Anschlag an Hand und Arm schwer verletzt worden. Vor dem Viertelfinal-Spiel der Dortmunder gegen AS Monaco in der Champions League waren am Dienstagabend drei Sprengsätze nahe des BVB-Busses gezündet worden. Die Partie sollte am Mittwoch nachgeholt werden.

+++ Erste Fans warten vor dem Dortmunder Stadion +++
Bereits mehrere Stunden vor dem Anpfiff der nach dem Bus-Anschlag neu angesetzten Champions-League-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem AS Monaco sind die ersten Fans beider Mannschaften zum Signal Iduna Park gekommen. Zahlreiche Anhänger des Teams aus Monaco warteten am Mittwochnachmittag vor den Stadiontoren auf die Öffnung der Tribünen. Sie sind zum Teil seit Montagabend in Dortmund. Die Begegnung sollte ursprünglich am Dienstagabend ausgetragen werden. Nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund war das Spiel abgesagt und auf Mittwoch verlegt worden.

Borussia Dortmund und die Polizei hatten dazu aufgerufen, rechtzeitig zum Stadion zu kommen, da es längere Wartezeiten bei den Einlasskontrollen geben könne. Das Spiel soll um 18.45 Uhr angepfiffen werden.

Rund um das Stadion waren zahlreiche Polizisten im Einsatz. Die Tribünen und die Umgebung des Stadions seien mit Sprengstoffhunden kontrolliert worden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei bislang aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Zur Zahl der eingesetzten Beamten machte er keine Angaben. „Wir sprechen von einem Großeinsatz“, sagte er. „Was wir zur Verfügung haben, haben wir auch hier.“ Bislang sei die Situation entspannt.

+++ Festgenommener soll aus Wuppertal kommen +++
Der festgenommene Tatverdächtige für den Angriff auf den BVB-Mannschaftsbus kommt aus Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich nach Informationen von „Express“, „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Deutscher Presse-Agentur um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal. Den Medienberichten zufolge wird ihm eine Nähe zur terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ vorgeworfen.

+++ Eine Festnahme nach Anschlag auf BVB-Bus +++
Zwei Beschuldigte stehen im Fokus der Ermittler, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA). „Im Zuge der bisherigen Ermittlungen sind zwei Verdächtige aus dem islamistischen Spektrum in den Fokus der Strafverfolgung gerückt. Bei beiden Beschuldigten wurden die Wohnungen durchsucht“, so die Sprecherin. „Einer der beiden wurde vorläufig festgenommen. Wir prüfen derzeit, ob wir Haftbefehl gegen ihn beantragen.“

Die Motivlage sei weiterhin unklar. Es gebe gleich drei textgleiche, angebliche Bekennerschreiben. Bei dem zwischenzeitlich im Internet veröffentlichten, angeblichen, linksextremistischen Bekennerschreiben bestünden „erhebliche Zweifel an der Echtheit dieser Bekennung“.

Die Sprengsätze seien mit Metallstiften bestückt gewesen. Einer habe sich in die Kopfstütze einer der Sitze im Bus gebohrt. „Gut, dass nichts schlimmeres passiert ist“, sagte die BKA-Sprecherin. Der Mechanismus und der Sprengstoff würden noch untersucht. Hier die Erklärung der Bundesanwaltschaft.

+++ NRW will Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen neu prüfen +++
Nach dem Sprengstoff-Angriff auf den BVB-Mannschaftsbus will NRW die Sicherheitsmaßnahmen aller öffentlichen Veranstaltungen im Land neu prüfen. Solange der Hintergrund der Tat und die Zahl möglicher Täter nicht klar seien, werde man „jede Art von Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen natürlich neu überprüfen müssen“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Es gehe aber nicht darum, dass Veranstaltungen abgesagt würden.

+++ ARD hält an Dortmunder „Tatort“ fest +++
Die ARD hält an dem Dortmunder „Tatort“, am Ostermontag (20.15 Uhr) im Programm, auch nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund fest. „Es bleibt bei dem Sendetermin am Ostermontag“, teilte der Fernsehspielchef des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Gebhard Henke, auf Anfrage mit. Zuvor hatten „Bild“ und „Meedia“ darüber berichtet. „Der „Tatort“ kann aufgrund seiner zeitaktuellen inhaltlichen Ausrichtung der Realität nicht ständig ausweichen.“

Auch ein Sprecher der Programmdirektion des Ersten in München sagte, der Film werde gezeigt. Der „Tatort“, in dem es um einen islamistisch motivierten Anschlag geht, hatte ursprünglich am 1. Januar ausgestrahlt werden sollen und war damals nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf Ostern verlegt worden.

+++ Verletzter BVB-Profi Marc Bartra verfolgt Spiel im TV +++
Der verletzte Dortmunder Fußballprofi Marc Bartra will das Champions-League-Spiel der Borussia am Abend gegen AS Monaco im Fernsehen verfolgen „und drückt seinen Teamkollegen die Daumen“, wie Mediendirektor Sascha Fligge mitteilte. Fligge besuchte den Spanier Bartra zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc am Mittwoch im Krankenhaus. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er hat sich sehr gefreut und war sichtlich gerührt, dass ihn so viele Teamkollegen und Verantwortliche seit gestern besucht haben“, hieß es.

+++ BVB-Torwarttrainer de Beer: „Profis ist es freigestellt zu spielen“ +++
Nach dem Anschlag auf ihren Mannschaftsbus dürfen die Fußballprofis von Borussia Dortmund frei entscheiden, ob sie das Champions-League-Spiel am Abend (18.45 Uhr/Sky) gegen AS Monaco bestreiten wollen. „Es ist so, dass wir darüber gesprochen haben. Die Jungs sind gefragt worden, wie sie sich fühlen. Und wenn einer sagen kann, er fühlt sich absolut nicht in der Lage zu spielen, dann ist es ihm auch freigestellt“, sagte BVB-Torwarttrainer Wolfgang de Beer der „Rheinischen Post“.

+++ Statement des BVB-Hauptsponsors Evonik +++
„Wir sind schockiert über die Ereignisse. Wir wünschen Marc Bartra und dem verletzten Polizeibeamten gute Besserung. Es gibt eine Welle der Solidarität über Vereine und Ländergrenzen hinweg. Evonik steht Schulter an Schulter mit allen Menschen, die damit ein gemeinsames, klares Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen.“

+++ Eintracht-Vorstandsmitglied Hellmann vor BVB-Spiel: „Mulmiges Gefühl“ +++
Für Eintracht Frankfurt ist die Reise zum Fußball-Bundesligaspiel am Samstag beim Borussia Dortmund nach dem Angriff vom Dienstag auf den Mannschaftsbus des BVB nicht leicht. „Es ist ein Anschlag auf die Freizügigkeit im Fußball, nämlich frei zu Spielen anzureisen. Diese ist nun angegriffen worden“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb hat man ein mulmiges Gefühl.“

Der Anschlag werde einen „Einfluss auf die Gesamtwahrnehmung“ der Partie beim BVB haben. „Aus der Sicht eines Verantwortlichen bin ich mir sicher, dass es ein besonderes Spiel sein wird“, sagte Hellmann. Neben den zu erwartende verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Dortmund werde die Eintracht selbst auch den Schutz der eigenen Mannschaft zusätzlich noch verstärken.

+++ Maas: „Feige Verbrecher“ dürfen Fußball nicht missbrauchen +++
Justizminister Heiko Maas hat nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund die Fans der Mannschaft gelobt. „Sie haben vorbildlich reagiert, zusammengehalten und damit eine klare Botschaft gesendet: Wir lassen es nicht zu, dass der Fußball von feigen Verbrechern missbraucht wird“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Die Spieler stünden am Abend gegen AS Monaco vor dem „vielleicht schwersten Spiel ihres Lebens“, umso größer sei sein Respekt. Dem verletzten Polizisten und dem ebenfalls verletzten Dortmund-Spieler Marc Bartra wünschte Maas schnellstmögliche Genesung.

+++ Jäger: Polizei tut „alles Menschenmögliche“ für Sicherheit +++


NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) verspricht den Stadionbesuchern am Mittwochabend größtmögliche Sicherheit. „Wir haben die Polizeikräfte in Dortmund für heute Abend nochmal deutlich erhöht“, sagte Jäger. „Die Fans, die heute das BVB-Spiel sehen können, können sicher sein, dass die Polizei in Dortmund alles Menschenmögliche tut, damit dies ein sicheres Spiel ist.“ Wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen sollten die Fans auf keinen Fall Taschen und Rucksäcke mit zum Stadion bringen und frühzeitig anreisen.
„Wir ermitteln in alle Richtungen“, ergänzte Jäger. Das aufgefundene Bekennerschreiben sei sehr merkwürdig. Daher könne es ein rechtsextremistischer Anschlag gewesen sein, ein linksextremistischer oder ein islamistischer.

+++ Emotionales Statement von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke +++

+++ Merkel: „Das ist eine widerwärtige Tat“ +++


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anschlag als widerwärtige Tat verurteilt. In einem Telefonat mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke habe sie dem Trainerstab, der Mannschaft und den Fans alles Gute gewünscht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Sie habe ein großes Lob an die Fans beider Mannschaften und an die Polizei ausgesprochen. Sie sei wie viele Millionen Menschen entsetzt. „Das ist eine widerwärtige Tat“, sagte Seibert. Man könne nur erleichtert sein, dass es nicht noch schlimmere Folgen gegeben habe. „Unsere Gedanken sind bei den beiden Verletzten.“

+++ de Maizière besucht Spiel am Abend +++
Innenminister Thomas de Maizière will am Abend das verschobene Champions-League-Spiel gegen AS Monaco besuchen. Dies sei auch ein Zeichen der Solidarität, sagt ein Sprecher des Ministers. Er vertritt damit die Bundesregierung.

Das Bundesinnenministerium hat keine Informationen, die für eine besondere Terror-Bedrohungslage sprechen. Seinem Haus seien keine entsprechenden Hinweise bekannt, sagte der Sprecher von de Maizière am Mittwoch in Berlin. Er betonte, die Entscheidung dafür, das Spiel am Abend nachzuholen, sei von den Sicherheitsbehörden am Ort in Nordrhein-Westfalen getroffen worden. Dazu habe es einen Austausch zwischen Landes- und Bundesbehörden gegeben. Das Bundeskriminalamt (BKA) sei vom Generalbundesanwalt mit den Ermittlungen beauftragt worden. Beim BKA werde derzeit eine sogenannte „Besondere Aufbauorganisation“ zu den Vorgängen in Dortmund aufgebaut.
Der Sprecher hob hervor, das in der Nähe des Anschlagsortes gefundene Bekennerschreiben mit islamistischem Hintergrund weise Besonderheiten auf. Bei Anschlägen, die in der jüngsten Vergangenheit einer islamistischen Motivation zugeordnet worden seien, habe es eine solche Konstellation mit einem Bekennerschreiben nicht gegeben. Dies falle auf und weiche bei den Geschehnissen in Dortmund von früheren Fällen ab.

+++ BVB-Präsident Rauball: Bartra hat Operation „gut überstanden“ +++
Der beim Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verletzte Marc Bartra ist auf dem Wege der Besserung. „Er hat die Operation gut überstanden“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball am Mittwoch. Der Dortmunder Abwehrspieler hatte sich am Dienstagabend einen Bruch der Speiche sowie Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk zugezogen. Der Spanier wurde unmittelbar nach dem Vorfall operiert. In der laufenden Saison dürfte der 26-Jährigen aber voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen.

+++ Ex-Dortmunder Frings: Spielansetzung für BVB am Mittwoch „Frechheit“ +++
Torsten Frings hat als früherer Profi von Borussia Dortmund scharf kritisiert, dass der BVB nach dem Anschlag bereits an diesem Mittwoch wieder antreten muss. „Eine absolute Frechheit, dass die heute wieder spielen müssen“, sagte der Trainer des Bundesliga-Konkurenten SV Darmstadt 98 am Mittwoch der „Bild“-Zeitung. „Ich hätte nicht gern gespielt“, sagte der Ex-Nationalspieler zudem nach Clubangaben.

+++ BVB-Sponsor Puma erschüttert über Anschlag auf Mannschaftsbus +++
BVB-Sponsor Puma hat sich erschüttert über den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gezeigt. Der Verein sei am Dienstagabend Opfer einer furchtbaren Attacke geworden, sagte Puma-Chef Björn Gulden am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Sportartikelherstellers in Herzogenaurach. „Unsere Gedanken sind beim BVB“ und dessen Spielern. Zudem würdigte Gulden den bei dem Anschlag verletzten BVB-Profi Marc Bartra.

+++ Merkel in angeblichem Bekennerschreiben erwähnt +++
In dem nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Tatortnähe gefundenen angeblichen Bekennerschreiben wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU) namentlich erwähnt. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben heißt es: „Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden.“ Im Satz zuvor wird auf den Islamisten-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember mit zwölf Toten verwiesen. Das eine Seite lange Schreiben ist nicht handschriftlich, sondern offenbar am Computer geschrieben.

Die Echtheit des Schreibens wird nach wie vor von den Ermittlern geprüft. In Sicherheitskreisen wurde am Mittwoch betont, der Hintergrund der Tat stehe keinesfalls fest. Es könne sich auch um eine Fälschung handeln, um auf eine falsche Spur zu führen. Bei den Tätern könne es sich nach wie vor auch um gewaltbereite Fußballfans, Erpresser, andere Kriminelle oder Menschen mit rechtsextremem Hintergrund handeln.

+++ Zweites Schreiben ein „Nazifake“? +++
Das angebliche Antifa-Bekennerschreiben ist möglicherweise eine Fälschung. „Wir halten das Schreiben für einen Nazifake“, teilten die Betreiber des Internetportals Indymedia der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin mit. „Weder Inhalt noch Sprache deuten auf einen linken Hintergrund hin, deshalb haben wir es bereits sehr kurz nach der Veröffentlichung gelöscht.“ Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Echtheit des angeblichen Antifa-Bekenntnisses werden geprüft. Schon im September 2016 war auf dem Portal im Zusammenhang mit den in Dresden explodierten Sprengsätzen vor den Einheitsfeiern zum 3. Oktober ein gefälschtes Bekennerschreiben aus der rechten Szene veröffentlicht worden.

Kommentare zu " +++ Liveblog zur Attacke in Dortmund +++: BVB verliert 2:3 gegen Monaco"

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  • @Herr Leo Löwenstein

    Ihr Wunschprogramm, so sehr es auch berechtigt ist, sollten Sie an den aktuellen rückgratlosen Wahlkampfstrategen von Merkel schicken, denn der liest hier bestimmt keine zukunftsweisenden Kommentare.

    Den sehe ich bereits jetzt schon mit seinem Taschentuch beim Lesen Ihres Kommentars, dass er immer benutzt, wenn ihm irgend etwas die Stirnglatze zum triefen bringt.

  • Herr Hans Becker - 12.04.2017, 14:44 Uhr

    Natürlich ist es was anderes, wenn Promis betroffen sind.
    Das wird dann mehrerer Jahre jedes Jahr wieder rausgekramt an die Ofer gedacht.
    Während Normalbürger bestenfalls ein Jahr später noch eine Erwähnung bekommen, das wars dann.
    Wenn es dann mal ein paar Promis getroffen hat, vielleicht tut sich dann mal was in Sachen innerer Sicherheit.

    Bayern will jetzt die Fußfessel einführen...hahaha...hoffentlich ist das ein Modell, das Alarm schlägt, sobald es geöffnet wird, ansonsten kann die Fessel jeder mäßig begabte Grundschüler austricksen. Für ausländische Gefährder kann es nur eins geben, unbegrenzte Abschiebehaft bis zur tatsächlichen Abschiebung, fertig.

    Wer seine Identität verschleiert oder nicht mitarbeitet oder eine falsche Identität bei der Einreise nach D angibt, sofortige Asylablehnung Europaweit plus Abschiebehaft. Ebenso bei Angabe von mehreren Identitäten.
    Wer ohne Identität ankommt, bekommt erst dann ein Recht auf einen Asylantrag, wenn die Identität geklärt ist, bis dahin muss derjenige in einem Transitzentrum verweilen etc. etc.



    Bayern bringt elektronische Fußfessel auf den Weg

  • Mit der ganzen Willkommenskultur von Millionen von Muslimen nach Europa, hat man das Ziel des bald täglichen Terrorismus hier schon bald erreicht. Heute das Fussballstadion, Morgen der Bahnhof und Uebermorgen der Flughafen.

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