1:1 gegen Villarreal
Gladbachs Nachlässigkeit wird bestraft

Da war mehr drin: Gladbach geht beim Auftakt der Europa League in Führung, wird dann aber inkonsequent und schließlich von Villarreal bestraft. Für Aufregung sorgte ein nicht gegebener Handelfmeter in der Schlussphase.
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MönchengladbachBorussia Mönchengladbach hat den erhofften Heimsieg beim Start ins Europa-Abenteuer leichtfertig aus der Hand gegeben. Beim 1:1 (1:0) gegen den FC Villarreal zum Auftakt der Europa League haderten der Fußball-Bundesligist aber vor allem mit einem nicht gegebenen Handelfmeter in der Schlussminute. Patrick Herrmann hatte die Gastgeber am Donnerstagabend mit seinem ersten Saisontor in der 21. Minute in Führung gebracht. „Joker“ Ikechukwu Uche rettete den nimmermüden Spaniern knapp eine Minute nach seiner Einwechslung das insgesamt verdiente Unentschieden (68.).

Vor 39.128 Zuschauern im Borussia-Park vergaben die Gladbacher schon vor der Pause einige hochkarätige Chancen. Für Aufregung sorgte eine Szene in der 90. Minute, als der Ball einem Spanier im Strafraum an den Unterarm sprang. Doch der slowakische Schiedsrichter Ivan Kruzliak, der schon Richtung „Punkt“ gedeutet hatte, entschied sich dann doch gegen einen Strafstoß.

„Es war ein sehr intensives Spiel. Wer die Torchancen nutzt, der gewinnt“, sagte Torschütze Herrmann. „Im Endeffekt müssen wir das aber so hinnehmen.“ Bereits am Sonntag steht die Mannschaft von Trainer Lucien Favre im rheinischen Derby in Köln vor der nächsten Bewährungsprobe.

In dem intensiven und gutklassigen Spiel konnten sich die Gastgeber nach einer kurzen Abtastphase im Dauerregen zunehmend Vorteile verschaffen. Gladbach dominierte die Partie aber nur in der ersten Halbzeit, der Tabellen-Achte der Primera Divison blieb bei Kontern immer kreuzgefährlich. Der erste Gladbacher „Schreckschuss“ durch den Schweden Oscar Wendt zischte knapp am langen Pfosten vorbei (12.). Herrmann machte es dann besser, profitierte bei seinem fulminanten Führungstreffer aus rund 20 Metern aber von einem missglückten Abwehrversuch.

Kurz zuvor musste Gladbachs Schweizer Keeper Yann Sommer in höchster Not gegen Denis Tscherischew retten (20.). Vor allem der Russe, Cani und Luciano Vietto bestimmten bei Villarreal die Offensivaktionen. Tscherischew versiebte nach knapp einer Stunde die bis dahin größte Ausgleichschance für die Spanier, die 2006 im Halbfinale der Champions League standen. Der sehenswerte Ausgleich für die Mannschaft von Trainer Marcelino Garcia Toral war eine Doublette von zwei Jokern, denn auch Passgeber Manu Trigueros kam erst acht Minuten vor dem 1:1 ins Spiel.

Favre dachte schon an die beginnende schwere Serie von sechs Spielen in 18 Tagen - und ließ auf zwei Positionen rotieren: Schonzeit bis zu ihrer Einwechslung bekamen zunächst der Brasilianer Raffael und André Hahn, dafür schickte der Coach Herrmann und den Schweden Branimir Hrgota auf den Rasen. Herrmann vergab die große Chance zum 2:0, weil er im Strafraum nicht konsequent den Abschluss suchte (38.). Drei Minuten später scheiterte Hrgota.

Vor dem Spiel konnten sich die Akteure den begehrten Silberpokal schon einmal ansehen - eine Reminiszenz an die Borussia, die den Vorgänger-Wettbewerb UEFA-Cup in ihrem goldenen Jahrzehnt 1975 und 1979 gewonnen hatte. Das nächste Spiel in der Gruppe A bestreitet die Favre-Truppe in zwei Wochen beim FC Zürich.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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