1:1 zwischen BVB und HSV
Dämpfer für die Gier

dpa DORTMUND. Der Hamburger SV hat die erste Auswärtsschlappe der Saison mit großer Moral abgewendet, im Kampf um die Bundesliga-Spitze aber weiter an Boden verloren.

Eine Woche nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg kam die Mannschaft von Trainer Thomas Doll trotz Überlegenheit über ein 1:1 (0:0) bei Borussia Dortmund nicht hinaus. Mit einem Hinterhaltschuss rettete Piotr Trochowski dem Tabellen-Dritten in der 74. Minute wenigstens noch einen Punkt. Nationalspieler Christoph Metzelder hatte den BVB vor 75 100 Zuschauern im Westfalenstadion mit einem herrlichen Flugkopfball überraschend in Führung gebracht (58.). Die rassige Partie stand bis zum Abpfiff auf des Messers Schneide.

„Das war ein gerechtes Unentschieden. Meine Spieler waren in der Kabine schon ein bisschen enttäuscht. Aber wir sollten nicht so gierig sein“, sagte HSV-Coach Doll. „Schade. Wir lagen wieder in Führung und konnten das Ergebnis wieder nicht halten“, beklagte BVB- Regisseur Tomas Rosicky. „Aber der HSV hatte auch Chancen, und das 1:1 geht damit für beide Seiten in Ordnung“, ergänzte der Tscheche nach dem vierten Remis der Dortmunder hintereinander. Zum zehnten Mal lag die Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk in Führung - nur zwei Mal ging der frühere Champions-League-Gewinner als Sieger vom Rasen.

Der HSV hatte zuvor alle vier Auswärtsspiele gewonnen, der 1:0- Sieg im Uefa-Cup vor drei Tagen bei Zska Sofia motivierte zusätzlich. Und auch die Ausfälle der gesperrten Stammspieler Rafael van der Vaart und Guy Demel steckten die Hanseaten unbeeindruckt weg. Für den niederländischen Torjäger erhielt Trochowski seine Chance, den Abwehrspieler von der Elfenbeinküste vertrat René Klingbeil mit einer ebenfalls respektablen Leistung.

Den besseren Start erwischten die zwar offensiv, aber nicht besonders effektiv agierenden Schwarz-Gelben, die im Westfalenstadion in dieser Saison erst zwei Siege gelandet und nur fünf Treffer erzielt hatten. Doch nach 20 Minuten gab der HSV seine Zurückhaltung auf. Zudem stand die beste Abwehr der Liga sicher, ihr „Chef“ Daniel van Buyten und seine Nebenleute behielten in den wenigen brenzligen Situationen die Übersicht.

Der überragende HSV-Keeper Stefan Wächter wurde bei einem Freistoß von Rosicky (12.) und von David Odonkor (16.) geprüft. Die beste Gelegenheit für die Gäste vor der Pause vergab Emile Mpenza mit einem Treffer ans Außennetz (31.); Trochowski (36.) und Klingbeil (44.) scheiterten mit Distanzschüssen.

Der HSV machte nach der Pause genau so stürmisch weiter: Nur um Zentimeter spitzelte David Jarolim den Ball nach einer verunglückten Abwehraktion des BVB am rechten Pfosten vorbei (50.). Als die Hamburger das Spiel unter Kontrolle hatten, schlug der BVB eiskalt zu: Nach einem Fehler von Sergej Barbarez im Mittelkreis verwandelte Metzelder eine Odonkor-Flanke zur schmeichelhaften Führung.

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