„100 Prozent Vertrauen“
Schalke dementiert Spieleraufstand gegen Rangnick

dpa GELSENKIRCHEN. Ausgerechnet vor dem Champions-League-Hit gegen den AC Mailand herrscht beim deutschen Fußball-Vizemeister FC Schalke 04 Verunsicherung.

Nach dem glänzenden Bundesliga-Auftakt mit den 2:1-Siegen gegen Kaiserslautern und in Dortmund ist die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick laut Manager Rudi Assauer „in ein Loch“ gefallen. „Wir haben noch kein Spiel verloren, hinken aber unseren Leistungen hinterher“, monierte der 61-Jährige nach zuletzt schwachen Darbietungen und vier Spielen hintereinander ohne Sieg.

Man müsse Geduld haben, „aber die Frage ist, wie lange“, sagte Assauer vor der Partie gegen Rangnicks ehemaligen Club Hannover 96. Der Trainer selbst stellte nach dem 1:1 in Nürnberg „viel Frust“ in seinem Team fest. Rangnick: „Doch alle haben mir versichert, dass abseits des Platzes alles in Ordnung ist.“ Einen in der „Bild“ verkündeten Spieler-Aufstand gegen den 47-Jährigen wies der Club energisch zurück: „Das muss ich heftigst dementieren“, sagte Team-Manager Andreas Müller der dpa. Sein Vertrauen gelte Mannschaft und Trainer „zu 100 Prozent“.

Auch der zusammen gerufene Mannschaftsrat gab Rangnick Rückendeckung: „Es gibt von unserer Seite keine Vorbehalte gegen Ralf Rangnick. Wir werden zusammen versuchen, möglichst schnell wieder bessere Leistungen zu zeigen und Siege einzufahren“, erklärte Kapitän Ebbe Sand. Die Zeitung berichtete, vor der Partie der Schalker gegen Hertha BSC (0:0) sei die Mannschaft „massiv über ihren Chefcoach hergefallen“. Das wies Müller energisch zurück und sicherte dem Team und dem Chefcoach Gelassenheit zu: „Ich verliere weder die Ruhe noch die Geduld, weil ich an Mannschaft und Trainer glaube.“

Müller verhehlte allerdings nicht, dass es „auf Schalke“ Probleme gibt: „Natürlich wissen wir, dass wir im Moment in einer schwierigen Situation sind.“ Keiner der Verantwortlichen sei zufrieden mit dem, was auf dem Platz geboten werde. „Aber immerhin haben wir in der Bundesliga noch kein Spiel verloren.“ Fakt sei trotzdem, dass bei einigen Spielern, die in der vergangenen Saison Leistungsträger waren, „noch reichlich Luft nach oben ist“.

Gegen Hannover erwartet Rangnick „Disziplin und Aggressivität, nur dann finden wir wieder zu unserer Form“. Momentan sei der Glaube an die eigenen Stärken nicht da. Der Schalke-Coach muss gegen die Niedersachsen auf Ebbe Sand (Rippenprellung) und den gesperrten Zlatan Bajramovic verzichten. „Joker“ Sören Larsen, für 2,3 Mill. Euro verpflichtet, soll erstmals von Beginn an stürmen. Der 24-Jährige hatte als eingewechselter Spieler gegen Kaiserslautern, Leverkusen und beim 1:1 in Nürnberg jeweils wichtige Treffer erzielt und ist mit drei Toren bester Schalker.

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