139. Revier-Derby
Schwarz-gelbes Wundenlecken gegen Königsblau

Für die Fans beider Teams ist es das Spiel des Jahres: Zum 139. Mal treffen der BVB und Schalke aufeinander. Dortmund ist nach der London-Pleite angeschlagen und hofft auf eine Trotzreaktion gegen den Erzrivalen.
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Dortmund/Gelsenkirchen/LondonBorussia Dortmund leckt seine Champions-League-Wunden, Schalke 04 ist bereit für den Großangriff auf den angeschlagenen Meister. Doch obwohl die Chancen für einen Sieg beim verhassten Erzrivalen nach dem bitteren Champions-League-Abend des BVB in London so gut wie lange nicht stehen, verzichtet Schalkes Trainer Huub Stevens auf große Töne - und schlägt sogar den Kuschelkurs ein.

„Natürlich besteht da eine Rivalität, aber auch Respekt voreinander. Man kann nur Respekt vor Dortmund haben, wie sie in den vergangenen Jahren vorgegangen sind. Für Schalke ist der Samstag ein weiterer Schritt um zu lernen“, sagte Huub Stevens zwei Tage vor dem 139. Revier-Duell. Auch Schalkes Sportdirektor Horst Heldt verzichtete auf Spitzen gegen den Nachbarn: „Derby ist das, worauf man sich das ganze Jahr freut. Das ist mit das wichtigste Spiel des Jahres. Das ist der Mannschaft auch bewusst.“

Während die Schalker nach dem souveränen 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg frisch und ausgeruht in die heiße Vorbereitungsphase gingen, bot der Borussen-Tross bei seiner Rückkehr am Mittwoch aus London ein Bild des Jammers. Spieler und Verantwortliche der Borussia waren nach dem bitteren 1:2 beim FC Arsenal und wegen der schweren Verletzung von Sven Bender (beidseitiger Kieferbruch) noch zu schockiert, um schon einen ungetrübten Blick auf das „Spiel des Jahres“ werfen zu können.

„Wir werden gewinnen, weil wir die bessere Mannschaft sind“, sagte Torwart Roman Weidenfeller am Flughafen und klang dabei ebenso zögerlich wie der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz: „Das ist das wichtigste Spiel des Jahres. Ich weiß, was dieses Spiel den Fans und dem Umfeld bedeutet. Wir werden alles daransetzen, dieses Spiel zu gewinnen.“ Für Kapitän Sebastian Kehl kommt das Derby „vielleicht zum richtigen Zeitpunkt“. Er hofft wie seine Mannschaftskollegen auf ein Aufbäumen nach dem schlechten Auftritt in London. Immerhin hat der BVB zuvor in München beim 1:0 gegen die Bayern gezeigt, wie es geht.

Unterschätzen wird Stevens den angeschlagenen Gegner nicht. Ob es ein Vor- oder Nachteil sei, dass die Dortmunder das Champions-League-Spiel in den Beinen haben, „weiß man immer erst im Nachhinein“, sagte der Niederländer. Der BVB sei in guter konditioneller Verfassung, „und im Rhythmus zu sein, ist immer schön.“

Ganz bitter für den Meister aus Dortmund: Er muss auf den Abräumer im defensiven Mittelfeld, Sven Bender, verzichten. Der Nationalspieler zog sich am Mittwochabend bei der Niederlage beim FC Arsenal (1:2) einen beidseitigen Kieferbruch zu. In einer dreistündigen Operation wurden dem 22-Jährigen in der Nacht zum Donnerstag in London zwei Platten eingesetzt, die den Kiefer stabilisieren sollen. Bender fällt bis Anfang Januar 2012 aus.

Auch Mario Götze hatte sich im Spiel in London verletzt. Er erlitt einen Schlag oberhalb des rechten Knies. Das Gelenk ist nicht betroffen. Die medizinische Abteilung des BVB hofft, Götze bis Samstag fit zu bekommen. „Die Chance, dass er spielt, ist da“, sagte Klopp am Donnerstagmittag.

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Schwache Heimbilanz gegen Schalke 04

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