180 Festnahmen in Gelsenkirchen
Engländer bleiben nach Viertelfinal-Aus friedlich

Die viel gefürchteten britischen Fans sind auch nach dem Viertelfinal-Aus ihrer Mannschaft unauffällig geblieben. Mit nur 180 Festnahmen verlief die Partie der Engländer gegen Portugal insgesamt ruhig.

Das Viertelfinal-Aus der englischen Nationalmannschaft hat vergleichsweise wenig Spuren Hinterlassen: Der Frust der englischen Fans nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Portugal in Gelsenkirchen entlud sich nur vereinzelt. Ein folgenschwerer Zwischenfall ereignete sich am Neumarkt in der Innenstadt, wo die Polizei in der Nacht zum Sonntag gegen 1.30 Uhr auf einen Schlag 80 schwer alkoholisierte Randalierer in Gewahrsam nehmen musste. Zwei Beamte wurden durch die Krawallmacher, die Flaschen, Gläser und andere Gegenstände warfen, leicht verletzt.

"Irgendwas gefiel den Leuten nicht, da explodierte die Stimmung einfach. Das ist den ganzen Tag über immer mal wieder vorgekommen", sagte Polizeisprecher Uwe Klein, der dennoch ein positives Fazit zog: "Bis auf solche kleinen Scharmützel hat Gelsenkirchen ein fröhliches Fußballfest und ein tolles letztes WM-Wochenende erlebt."

Seit Samstagmorgen 180 Festnahmen

Insgesamt wurden seit Samstagmorgen 180 Personen fest- oder in Gewahrsam genommen. Die meisten davon sind bereits wieder auf freiem Fuß, die letzten 22 wurden am Sonntag entlassen. Über die Nationalität der Festgenommenen machte die Polizei zunächst keine Angaben, hob aber hervor, dass auch Deutsche darunter seien.

In Gelsenkirchen hatten knapp 100 000 Fußball-Fans den Viertelfinal-Sieg Portugals im Elfmeterschießen verfolgt. Neben den 52 000 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena fieberten gut 45 000 Menschen in den Public-Viewing-Arealen mit - 20 000 in der Glückaufkampfbahn, weitere 25 000 auf der Trabrennbahn.

Keine Auffälligkeiten britischer Hooligans

Nach Polizeiangaben hielten sich gut 70 000 Engländer in der Stadt auf. Am Freitag waren bei tätlichen Auseinandersetzung 53 Personen in Gewahrsam genommen worden.

Damit kam es während des kompletten Turnierverlaufs nicht zu den befürchteten schweren Krawallen durch englische Fans. Auch die Randale nach dem Achtelfinale der Engländer gegen Ecuador in Stuttgart, wo insgesamt gut 500 Personen vorübergehend festgenommen worden waren, verlief unter dem Strich glimpflich. Britische Hooligans, die zu den meistgefürchteten in ganz Europa zählen, fielen bei der WM gar nicht auf.

© SID

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