2:0-Sieg über Togo
Frankreich kämpft sich ins Achtelfinale

Eine pikante Konstellation vor den letzten beiden Vorrundenspielen sorgte in der Gruppe G für ein dramatisches Finale. Dabei waren fast alle Augen auf die mit hohen Erwartungen in das Turnier gestartete Mannschaft aus Frankreich gerichtet. Die "Equipe Tricolor" schaffte die fußballerische Erlösung einer ganzen Nation.

KÖLN. Die Franzosen werden ihren ungeliebten Trainer Raymond Domenech wohl noch eine Weile ertragen müssen. Während die heimische Presse den als stur und kompromisslos geltenden 54-Jährigen nahezu zerfleischt für die durchwachsenen Leistungen in den ersten beiden Spielen der Gruppe G (zwei Unentschieden und nur ein Tor gegen Schweiz und Südkorea), erreichte seine Mannschaft am Freitagabend in Köln das Achtelfinale.

Domenech, der den Trainerposten nach dem Viertelfinal-Aus der Franzosen bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal übernommen hatte, stand in Frankreich von Beginn an in der Kritik. Er selbst glaubt nach wie vor daran, mit seiner Mannschaft am 9. Juli zum Finale nach Berlin zu fahren.

Doch zunächst galt es, die für die Franzosen erneut erstaunlich hohe Hürde der Vorrunde zu nehmen. Wie vor vier Jahren in Japan und Südkorea brauchte die "Equipe Tricolore" im letzten Gruppenspiel einen Sieg mit zwei Toren Unterschied, um nicht frühzeitig nach Hause fahren zu müssen. Und das ohne ihren Mittelfeldregisseur Zinedine Zidane, von den Franzosen liebevoll "Zizou" genannt. Er, dessen nicht geplanter Einsatz in der WM-Qualifikation den Franzosen erst die Teilnahme an der Endrunde sicherte, war nach zwei Gelben Karten gesperrt. Zizou war nach der EM in Portugal eigentlich bereits von der Nationalmannschaft zurückgetreten.

Doch anders als 2002, als die "Equipe Tricolore" mit 2:0 gegen Dänemark verlor, gelang der Elf von Domenech vor 45.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner WM-Stadion am Freitagabend der entscheidende Sieg. Togo, die bereits ausgeschiedene Skandalmannschaft der WM (Prämienstreit, Rücktritt des deutschen Trainers Otto Pfister und sein Rücktritt vom Rücktritt), war letztendlich einfach zu schwach. Am Ende siegten die Franzosen verdient mit genau 2:0 (0:0).

Trainer Domenech hatte die Startelf der Franzosen auf drei Positionen gegenüber dem Spiel gegen Südkorea (1:1) geändert. Für den gesperrten Zidane von Real Madrid spielte Frank Ribery von Marseille. Den ebenfalls gesperrten Verteidiger Eric Abidal (Lyon) ersetzte Domenech durch Mikael Silvestre von Manchester United. Und schließlich durfte David Trezeguet (Juventus Turin) diesmal von Beginn an spielen, Sylvain Wiltord von Lyon musste auf der Bank Platz nehmen.

Und Zidane-Ersatz Ribery machte seine Sache anständig. Der nur 1,75 Meter große Franzose war schnell, wendig und dribbelstark. Er suchte die Zweikämpfe und gewann eine ganze Reihe auch. Zumeist kam Ribery über die rechte Seite, während Kapitän Patrick Vieira von Juventus Turin die Bälle aus dem zentralen Mittelfeld verteilte. Doch Ribery, der hin und wieder auch über links nach vorne stürmte, war zunächst der agilere der beiden und hatte die besseren Szenen. An vielen gefährlichen Angriffen war der Mann von Marseille beteiligt. Ribery tat das, was die Franzosen tun mussten: Druck auf das Tor der Togoer ausüben. Und das gelang der technisch spielstarken "Equipe Tricolore" in der ersten Halbzeit auch hervorragend. Die Mannschaft rückte sehr weit auf und schnürte die Togoer phasenweise regelrecht in deren eigenen Hälfte ein. Und sie erspielten sich eine ganze Reihe von hervorragenden Chancen. Chancen, die eine selbstbewusste Mannschaft, ein selbstbewusster Stürmer sicherlich genutzt hätte.

Doch den Franzosen fehlte genau dieses Selbstbewusstsein vor dem Tor und so vergab allen voran Trezeguet eine Tormöglichkeit nach der anderen auf klägliche Weise. Die größten Chancen: Ribery spielte den Stürmer von Juventus im Strafraum herrlich frei, doch Trezeguet gelang aus 15 Metern nur ein Schüsschen - Kossi Agassa (Metz) hatte keine Mühe den Ball festzuhalten (22.). Das hätte ein Tor sein müssen. In der 39. Minute zeigte Agassa sein ganzes Können: Einen sehr schönen Weitschuss von Florent Malouda (Lyon) parierte er glänzend, den (zu schwach geschossenen) Nachschuss von Trezeguet noch glänzender und kratzte den Ball von der Linie. Eine super Torhüterleistung, aber auch den Ball hätte Trezeguet im Tor unterbringen müssen.

Seite 1:

Frankreich kämpft sich ins Achtelfinale

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%