2,5 Millionen Euro Kosten
Steuerzahler wird für Bundestagsarena zur Kasse gebeten

Die Bundestagsarena im Berliner Regierungsviertel ist der Ort, an dem sich das deutsche Parlament während der Fußball-WM präsentiert. Die Kosten des Projektes sind jedoch mangels Sponsoren nicht gedeckt, wodurch es zu Einsparungen im laufenden Haushalt kommen muss.

HB BERLIN. Bundestagespräsident Norbert Lammert (CDU) bestätigte am Dienstag bei der Eröffnung der Arena, dass die Kosten noch nicht gedeckt sind. In dem Rundbau gegenüber dem Kanzleramt können sich bis zum 9. Juli WM-Gäste aus aller Welt über die Arbeit des Bundestages informieren. Die Arena ist mit 22 Metern Höhe und einem Durchmesser von 30 Metern der gläsernen Kuppel des benachbarten Reichstags nachempfunden. Unter dem Motto "Zu Gast beim Parlament" erfahren die Besucher in einem 30-minütigen Programm Wissenswertes über den Bundestag.

Außerdem sind Diskussionsrunden mit Spitzenpolitikern, Ausschusssitzungen und Veranstaltungen der Fraktionen geplant. Im Innern des Besucherzentrums sind 550 Sitzplätze wie im Bundestag im Halbkreis angeordnet, nach Fraktionsstärke eingeteilt und entsprechend farblich gestaltet. Geöffnet ist die Arena, die in direkter Nachbarschaft der Fußball-Fanmeile errichtet wurde, vom 7. Juni bis 9. Juli jeweils von 10.00 bis 21.00 Uhr.

Die Kosten für den Bau und den Betrieb der Kuppel, die nach der WM wieder abgebaut werden soll, betragen laut Lammert 2,47 Millionen Euro. Ursprünglich hatte der Bundestag gehofft, etwa die Hälfte über Sponsorengelder abdecken zu können. Nach Angaben eines Sprechers der Bundestagsverwaltung belaufen sich die Zusagen von Sponsoren und Medienpartnern bislang aber erst auf 370.000 Euro. Dies bedeutet, dass der Bund für das einmonatige Prestige-Projekt voraussichtlich etwa eine Million Euro mehr zahlen muss als geplant.

Um die Kosten zu decken, seien Einsparungen und Umschichtungen im Bundestagshaushalt 2006 nötig, sagte Lammert auf Nachfrage. Die Hälfte der Kosten sei von vornherein einkalkuliert worden, der Rest müsse aus dem laufenden Etat erwirtschaftet werden. Der Bundestagspräsident machte aber deutlich, dass sich seine Enttäuschung in Grenzen hält: Man habe zwar auf Sponsoren gehofft, aber nie damit gerechnet, auf diesem Wege "einen Beitrag zur Konsolidierung des Bundeshaushalts" leisten zu können. Auch die Befürchtung, dass der Kuppelbau mit einer Kapazität von täglich mehr als 6 000 Besuchern überdimensioniert sein könnte, kommentierte Lammert gelassen: "Lassen wir uns überraschen!"

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