2. Bundesliga
Sponsoren machen sich im Osten rar

Die Fußballvereine in den neuen Ländern leiden: Die ehemaligen Bundesligisten Hansa Rostock und Energie Cottbus stehen vier Wochen vor dem Saisonstart ohne Hauptsponsor da, das Interesse der Sponsoren an Fußball im Osten Deutschlands ist gesunken. Nun suchen die Vereine ihr Heil in alternativen Vermarktungsstrategien.

KÖLN. Ein Horrorszenario für Profi-Fußballklubs: Der Saisonauftakt naht, doch das Trikot ist blank. Dieses Schicksal teilen derzeit gleich zwei der drei Zweitligaklubs in Ostdeutschland. Hansa Rostock und Energie Cottbus stehen vier Wochen vor dem Start der zweiten Fußball-Bundesliga ohne Hauptsponsor da.

"Das Interesse der Sponsoren am Fußball in den neuen Ländern ist gesunken", sagt Peter Rohlmann, Sportmarketingberater aus Rheine. Die Vereine arbeiteten seit der Wende unter schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen als die Westklubs. Einige Probleme seien aber hausgemacht: Oft fehle es an Kontinuität in der Führung. "Das ist kein gutes Umfeld für Sponsoren", sagt Rohlmann.

Mit dem Abstieg von Energie Cottbus aus der ersten Bundesliga steht der Fußball im Osten sportlich so schlecht da wie nie. Zudem sorgen Fanausschreitungen für Negativ-Schlagzeilen. Hat der Ostfußball ein Imageproblem? "Sicherlich", sagt Rohlmann.

Nun ringen die Vereine mehr denn je um Geldgeber. "Die Sponsorensuche wird schwieriger. Wir haben einige Werbepartner verloren, konnten die Ausfälle diesmal aber noch kompensieren", sagt Oliver Ruhe, Pressesprecher des Drittligisten Rot-Weiß Erfurt. "Die Suche ist mühsamer als die Jahre zuvor ", bestätigt Stefan Bobzin, bei Hansa Rostock für die Vermarktung zuständig.

Hansa erfuhr im April, dass die Brauerei Lübzer als Hauptsponsor in der nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Infront, die Vermarktungsagentur der Rostocker, blieb auf der Suche nach einem Nachfolger bisher erfolglos. Nun versucht das Unternehmen, den Missstand mit einer Idee aus Schottland zu beheben. Wie es bei den Glasgower Stadtrivalen Celtic und Rangers geschieht, bietet Infront die Werbefläche auf den Trikots von Energie und Hansa im Doppelpack an.

"Wir machen die Vereine so für überregionale Unternehmen interessanter", sagt Reinhardt Weinberger, Geschäftsführer von Infront Germany. "Ein Sponsor, der auf beiden Trikots erscheint, genießt schon bei Vertragsabschluss große Aufmerksamkeit in den Medien. Ein paralleles Sponsoring zweier Zweitliga-Vereine hat es in Deutschland noch nicht gegeben." Bis jetzt allerdings hat noch kein Unternehmen ernsthaftes Interesse signalisiert. Dafür sei die Aktion zu jung, sagt Weinberger.

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