2. Bundesliga
Trainernotstand in Köln und Essen

Eintracht Braunschweig hat den vermeintlichen Retter gefunden, in Köln und Essen geht die Suche nach dem „Messias“ weiter. Fünf Spieltage vor der Winterpause dreht sich das Trainerkarussell in der 2. Fußball-Bundesliga im Rekordtempo.

dpa MÜNCHEN. Bereits fünf Trainer haben nach zwölf Runden ihren Job verloren - in der vergangen Saison waren zum gleichen Zeitpunkt noch 15 der 18 Fußball-Lehrer im Amt. Am Wochenende wird mit Willi Reimann auf der Braunschweiger Bank nur ein Neuer seinen Einstand feiern, beim 1. FC Köln und Rot-Weiß Essen sollen die Interimstrainer Holger Gehrke und Olaf Janßen die sportliche Krise beenden.

Nach der endgültigen Absage von Christoph Daum soll in Köln Torwarttrainer Gehrke die Negativserie von sieben sieglosen Spielen stoppen. Das torlose Remis beim SC Freiburg hat ihm Mut gemacht. „Die Mannschaft fightet wieder und will unbedingt drei Punkte holen“, sagte der ehemalige Bundesliga-Torhüter vor dem Heimspiel gegen den TSV 1 860 München, der mit der zuletzt gegen Paderborn erfolgreichen Elf den FC weiter leiden lassen will. „Unser Ziel ist Platz drei, deshalb müssen wir in Köln unbedingt punkten“, fordert „Löwen“-Trainer Walter Schachner.

Kölns Chefetage intensiviert derweil die Trainersuche. „Es muss einer sein, der dem Verein hilft“, erklärte Präsident Wolfgang Overath. In Essen sucht Olaf Janßen, der nach der Entlassung von Uwe Neuhaus als Übergangscoach und sportlicher Leiter in Doppelfunktion arbeitet, eine „Kämpfernatur“. Nach sechs Spielen ohne Sieg und zuletzt vier Niederlagen steckt RWE bereits in akuter Abstiegsnot. Als erster Anwärter auf den Trainerjob an der Hafenstraße gilt Jürgen Röber. Aber auch Bruno Labbadia, zuletzt in der Regionalliga bei Darmstadt tätig, ist offenbar ein heißer Kandidat.

Neben Essen, das bei FC Erzgebirge Aue zu Gast ist, stecken auch Wacker Burghausen (in Augsburg), Kickers Offenbach und Braunschweig im Abstiegskampf. „Ruhe bewahren“, verlangt OFC-Trainer Wolfgang Frank vor dem Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern. „Wir werden mit Volldampf um den Klassenverbleib kämpfen“, versprach Trainer-Routinier Reimann und hofft, dass er nach fünf Pleiten am Stück am Freitag gegen den MSV Duisburg „den Hebel umlegen“ kann. Freiburg erwartet zur gleichen Zeit in Jena das Ende einer „schwarzen Serie“: Seit dem Erstliga-Abstieg ist der SC in sechs Auswärtsspielen bei Neulingen noch sieglos.

Für Aufsteiger TuS Koblenz (gegen Unterhaching) und die Spvgg Greuther Fürth (in Paderborn) geht es um den Anschluss an die Aufstiegsplätze, einen Tag später stehen sich die weiterhin ungeschlagenen Spitzenteams Karlsruher SC und Hansa Rostock im direkten Duell gegenüber. Der Wildpark dürfte mit über 32 000 Zuschauern ausverkauft sein, nachdem bereits im Vorverkauf 21 000 Karten abgesetzt wurden. „Der KSC spielt zu Hause und ist deshalb leichter Favorit“, meint Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf vor dem Duell zwischen dem besten Angriff (KSC mit 30 Toren) und der besten Abwehr (Rostock mit sechs Gegentoren) der Liga.

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