22. Bundesliga-Spieltag Dost schießt Hertha ab, FCB in Torlaune

Bayern hat gegen Paderborn das halbe Dutzend vollgemacht. Die Schalker vergaben einen Sieg gegen Bremen in der Nachspielzeit. Auch Augsburg und Gladbach treffen spät zum Ausgleich. Mainz 05 siegt mit neuem Trainer.
Update: 22.02.2015 - 19:27 Uhr Kommentieren
Bas Dost bejubelt seinen Treffer zum 2:1 gegen Hertha BSC. Quelle: dpa
Wolfsburger Tormaschine

Bas Dost bejubelt seinen Treffer zum 2:1 gegen Hertha BSC.

(Foto: dpa)

BerlinDer FC Bayern München verbreitet mit seinem Torrausch bei der Bundesliga-Konkurrenz Angst und Schrecken. „Das ist ganz großes Kino“, sagte Kölns Trainer Peter Stöger respektvoll zum erneuten Schützenfest des Fußball-Rekordmeister beim SC Paderborn. Wer mag da noch an die Isar reisen. „Es gibt liebere Orte, wo man hinfährt“, gab der Österreicher zu, der am Freitag mit seinem FC-Team wohl nur zur Schadensbegrenzung in München antritt.

„Wir haben nur noch ein kleines bisschen Luft nach oben“, meinte der sonst überkritische Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer nach dem 6:0 in Paderborn. Eine Woche vorher wurde der Hamburger SV mit 8:0 abgefertigt. „Man kann diesen Zug nicht aufhalten. Ich danke für dieses tolle Erlebnis“, sagte SC-Trainer André Breitenreiter nach der Lehrstunde fast ehrfürchtig.

Da die Bayern beim Spaziergang zum 25. Titelgewinn kaum noch Gegner fürchten müssen, suchen sie nach neuen Zielen. Wie in ihrer Rekord-Saison 1971/72 haben die Münchner nach 22 Spieltagen schon 59 Tore auf der Habenseite und könnten ihre damalige Bestmarke von 101 Einschüssen in einer Spielzeit übertreffen. Auf die Torjägerkanone kann zudem Arjen Robben hoffen, der mit einem Doppelpack in Paderborn nun mit 16 Treffern auf Platz eins der Liga-Schützenliste steht. Zum Spielbericht.

Trotz der erdrückenden Dominanz der Münchner herrschte auch auf den anderen Plätzen keine Langeweile. Dafür sorgte schon Torwart Marwin Hitz vom FC Augsburg. Der 27-jährige Schweizer eilte kurz vor Schluss nach vorne und traf in der 94. Minute zum 2:2 gegen Bayer Leverkusen. „Ich habe nicht gewusst, dass ich einen Torjäger ins Tor stelle“, staunte FCA-Trainer Markus Weinzierl über das Torwart-Kunststück von Hitz, der mit einem Drehschuss aus fünf Metern traf.

Tief getroffen waren die Leverkusener, die vor Wochenfrist gegen den VfL Wolfsburg in der Nachspielzeit mit 4:5 verloren hatten und im Kampf um einen Champions-League-Platz nun zittern müssen. Für Bayer-Sportdirektor Rudi Völler war es eine „bitterböse Strafe“ und noch schlimmer als gegen Wolfsburg, „weil du danach zwei Punkte verloren hast“. Enttäuscht zeigte sich auch Trainer Roger Schmidt über den zweiten Last-Minute-Rückschlag in Serie: „Wir gehen da durch eine harte Schule.“ Zum Spielbericht.

„Fifty Shades of Paderborn“ und der Tor-Torwart
Flop: „50 Shades of Paderborn“
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Der FC Bayern ist auch weiterhin in Torlaune: Gegen den SC Paderborn machten die Münchener das halbe Dutzend voll, der Aufsteiger war 90 Spielminuten lang chancenlos. Und was macht der Trainer? Er bedankt sich beim Rekordmeister: „Wir haben gegen die weltbeste Mannschaft gespielt mit dem weltbesten Trainer“, sagte Andre Breitenreiter nach der 0:6-Schlappe. Dann richtete er seinen bewundernden Blick auf den Kollegen Pep Guardiola und schloss mit den Worten: „Vielen Dank für das tolle Erlebnis.“ Zu Recht erntet der Coach dafür viel Kritik: Wem es Spaß macht von den Bayern versohlt zu werden, hat in der ersten Liga nichts zu suchen

Top: Torwart stürmt und trifft
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13 Jahre lang musste die Bundesliga darauf warten – nun hat wieder ein Torwart aus dem Spiel heraus getroffen. Augsburgs Marwin Hitz traf in der vierten Minute der Nachspielzeit und sicherte seiner Mannschaft so das wichtige 2:2 gegen Bayer. Hitz ist erst der dritte Torhüter, dem das Kunststück gelingt: Jens Lehmann war der erste, als er für den FC Schalke 04 am 19. Dezember 1997 vor dem Abpfiff per Kopf zum 2:2 gegen Borussia Dortmund traf. Das gleiche gelang Frank Rost für Werder Bremen im Spiel gegen Hansa Rostock am 31. März 2002.

Flop: Solidarität mit den Kölner Boyz
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Nach den Randalen im Derby gegen Borussia Mönchengladbach hat der 1. FC Köln der Gruppierung Boyz den Fanclub-Status entzogen und Stadionverbote gegen alle Mitglieder verhängt. Das ist ein starkes Zeichen vom Verein und zeigt, dass sich etwas tut im Kampf gegen diejenigen, die das Stadion als Bühne für ihre Randale benutzen. Leider distanzieren sich nicht alle Fans von solchen Aktionen. Während der Partie gegen den VfB Stuttgart zeigten einige BVB-Anhänger ein Banner, auf dem sie sich mit den Kölner Chaoten solidarisierten – und dabei Bezug auf das Attentat von Paris nahmen.

Top: Bremens Comeback
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Die Bremer Siegesserie ist zwar gerissen. Doch nach dem Spiel gegen Schalke durfte Werder trotzdem jubeln. Der eingewechselte Sebastian Prödl hatte in der Nachspielzeit den Fehler von Bremens Torhüter Raphael Wolf ausgebügelt und für den Ausgleich gesorgt. Auch wenn das Team den Sieg verpasste – die Mannschaft von Victor Skripnik hat ihren Aufwärtstrend bestätigt und gezeigt, dass für die Hanseaten mehr möglich ist als nur der Klassenerhalt.

Flopp: Carlos Zambrano
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Carlos Zambrano ist das Gegenteil von einem Unschuldslamm. Nicht umsonst wird der Peruaner auch „der Heißblütige“ genannt. In Mainz war er gerade erst von einer abgebrummten Gelbsperre in die Mannschaft zurückgekehrt. Dummerweise wurde er in der Schlussphase der Partie erneut vom Platz verwiesen (Gelb-Rot, 83.). Harte Spielart hin oder, so ein Verhalten ist alles andere als mannschaftsdienlich.

Top: Der Schmidt-Effekt
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Im Südwest-Derby starteten die Mainzer mit einem neuen Trainer auf der Bank. Doch was Markus Schmidt zunächst von seinem Team zu sehen bekam, war nicht besonders überzeugend. Frankfurt ging früh in Führung, doch die Mainzer waren danach kaum wiederzuerkennen. Christian Clemens mit seinem ersten 05-Treffer (38.) sowie Johannes Geis (47.) und Yunus Malli (50.) drehten die Partie. Ein Einstand nach Maß für den neuen Coach.

Flop: Harmlose Schwaben
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Die Stuttgarter Fans machten schon vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund deutlich, dass es höchste Zeit für ihre Mannschaft ist, Leidenschaft und Kampfgeist zu zeigen. Am Ende verlor der VfB mit 2:3 und das Ergebnis klingt spannender, als das Spiel eigentlich war. Das lag vor allem an der deprimierenden Leistung der Schwaben, die so auftraten, als hätte der VfB in den vergangenen Wochen das Fußballspielen verlernt. Mit so einer Leistung sind die Stuttgarter weiter vom Klassenerhalt entfernt als Griechenland von der „schwarzen Null“.

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