4:2-Auswärtssieg
Schalke dreht das Spiel in Mainz

Eine Halbzeit lang droht Königsblau in Mainz ein neues Desaster. Dann dreht Schalke auf, schießt vier Tore und stürzt die Rheinhessen in ein Jammertal. Weitere Freudenbotschaft des Tages für alle S04-Fans: Raul bleibt.
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MainzLautstark und ausgelassen feierten die mitgereisten Fans die wundersame Auferstehung ihres FC Schalke 04. 45 Minuten lang drohte der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick drei Tage nach der Blamage im Play-off-Hinspiel zur Europa League bei HJK Helsinki (0:2) ein Debakel. Dann drehten die Königsblauen auf und nach einem schmeichelhaften 0:2-Rückstand auch das Spiel zu einem 4:2 (0:2)-Sieg beim FSV Mainz 05. „Auch wenn es blöd klingt: Wir haben zehn Minuten lang gut begonnen. Was wir danach eine halbe Stunde gespielt haben, das ging gar nicht. Das war lethargisch und ohne Emotionen. Aber die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt und ist dafür belohnt worden“, sagte Schalkes Trainer Ralf Rangnick. In der Halbzeitpause habe er nach dem „gefühlten 0:4-Rückstand“ gründlich analysiert und an die Mannschaft appelliert.

Vielleicht war es auch die erlösende Nachricht vom Verbleib ihres Weltstars Raul wenige Stunden vor dem Abpfiff, der die Westfalen beflügelte. „Ich bleibe definitiv auf Schalke und werde meinen Vertrag erfüllen“, hatte der 34-Jährige, der im Sommer 2010 von Real Madrid nach Gelsenkirchen gewechselt war, auf der Internetseite des Klubs verkünden lassen und alle Spekulationen um einen Abschied am Ende der Transferperiode am 31. August beendet.

Gut begonnen hatten die Schalker vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften neuen Mainzer Arena, was sich jedoch bald als Strohfeuer entpuppte. Denn nach den Gegentreffern durch Andreas Ivanschitz (8.) und Elkin Soto (12.) schien der Mainzer Sieg nur noch eine Frage der Höhe zu sein. Der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar (57.), Kapitän Benedikt Höwedes (64.), Joel Matip (82.) und der Ex-Mainzer Christian Fuchs (90.) sorgten schließlich für die nicht für möglich gehaltene Wende.

FSV-Torhüter Heinz Müller meinte nur: „Wenn man so dominiert und 2:0 führt, dann muss man das Spiel nach Hause bringen. Dafür gibt es keine Entschuldigung.“ Das Team von Trainer Thomas Tuchel, der zuvor alle vier Duelle gegen Rangnick für sich entschieden hatte, spielte nach der Führung wie aufgedreht und legte wenige Minuten nach dem ersten Treffer das zweite Tor nach. Schalkes Torwart Ralf Fährmann patzte bei einem Schuss von Sami Allagui, der Kolumbianer Soto brachte den Abpraller im Tor unter.

Die Schalker, bei denen Stürmer Jefferson Farfan nach über sechswöchiger Pause wieder auf der Ersatzbank saß, wurden in dieser Phase nahezu überrannt. Ivanschitz vergab die Chance zum dritten Treffer (15.). Erst Mitte der ersten Hälfte konnten die Gäste, in deren Reihen die früheren Mainzer Lewis Holtby und Fuchs standen, das Spiel wieder ausgeglichen gestalten. Dennoch blieben die Gastgeber das gefährlichere Team, Allagui vergab eine weitere gute Möglichkeit kurz vor der Pause (44.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Schalker mit mehr Elan aus der Kabine. Raul setzt mit seinem Kopfball ein erstes Ausrufezeichen (47.). Die offensivere Ausrichtung der Gäste, bei denen Farfan und Julian Draxler zu Beginn des zweiten Durchgangs in die Partie kamen, bot den Mainzern Platz für schnelle Gegenstöße. Der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting vergab die beste Chance in dieser Phase (54.). Besser machte es Huntelaar nach guter Vorarbeit von Holtby und Raul auf der Gegenseite. Der niederländische Nationalstürmer hatte aus kurzer Distanz allerdings auch kaum Mühe.

Der Anschlusstreffer beflügelte die Gäste, die auf den Ausgleich drängten. Den hätte fast der Mainzer Marco Caligiuri durch eine missglückte Kopfball-Rückgabe besorgt (63.). Die daraus entstandene Ecke nutzte Höwedes per Kopf. Matip vollendete schließlich nach einer Unkonzentriertheit der FSV-Abwehr zum 3:2. Beste Spieler aufseiten der Mainzer waren Soto und Kapitän Nikolce Noveski. Bei den Schalkern konnten Höwedes und der eingewechselte Farfan überzeugen.

Agentur
sid 
SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur

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