400 Zuschriften
Bayern-Fans protestieren gegen Dauerkartenentzug

Bayern München hat ernst gemacht und 211 Fans die Dauerkarten entzogen: Doch die wollen das nicht hinnehmen und überschwemmen den Meisterklub mit Beschwerden. Dabei hätten sie bloß öfter ins Stadion gehen müssen.
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MünchenWer in der Ticket-Abteilung des FC Bayern München arbeitet, hat es derzeit nicht leicht. Jedes Jahr werden die Mitarbeiter ohnehin schon mit abertausenden Anfragen auf Dauerkarten überschwemmt. Längst schon können die nicht mehr alle bearbeitet werden. Die Chance auf auf eine Dauerkarte dabei: gleich null.

Zu der Flut von Ticketgesuchen bricht nun auch eine Welle von Beschwerden über die Abteilung herein, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Denn 211 seiner Fans hatte der Verein im Mai die Dauerkarten für Stehplätze in der Südkurve entzogen, weil sie nicht häufig genug im Stadion gewesen waren.

Die Betroffenen fühlen sich gegängelt, betrogen und in ihrer Fan-Ehre gekränkt: In bisher mehr als 400 Anschreiben klagen sie ihr Leid und drohen den Ticketing-Mitarbeitern. Sie schreiben über ihre Vereinsliebe von Klein auf, ihre jahrzehntelange Treue zum Verein oder drohen direkt mit Anwälten und der bevorstehenden Klage. Sie wollen ihre Dauerkarte zurück.

38.000 der begehrten Langzeittickets werden jede Saison vergeben. Das sind deutlich weniger als der Klub verkaufen könnte, für die Spielzeit 2013/14 wollten 53.000 Fans eine Dauerkarte haben. Jede Saison gehen so laut dem FCB zwischen 10.000 und 15.000 der Vereinsanhänger leer aus.

Und kaum ein Fan gibt seine Dauerkarte zurück: Die Zahl der Kündigungen liegt bei durchschnittlich weniger als 50 Plätzen. Eine Jahreskarte für den Klub zu bekommen, ist für Neuinteressenten deshalb ein Ding der Unmöglichkeit. „Es wurden keine Neubesteller-Prospekte an Neuinteressenten für Jahreskarten versendet. Das Kontingent konnte und kann nicht erhöht werden“, schreibt der Verein auf seiner Homepage. Helfen tut das wenig.

Der Verein hatte die säumigen Stadionbesucher gewarnt. Beim Besuch von weniger als acht Spielen in einer Saison werde die Karte eingezogen und neu vergeben, kündigte der Klub an. Die Bayern hatten genug davon, dass trotz stets ausverkauftem Stadion immer wieder Plätze leerblieben.

Dennoch ist das Unverständnis für die drastische Maßnahme des Vereins bei den Betroffenen naturgemäß groß. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert auf die Frage, welcher Fan denn die Entscheidung des Ticketentzugs akzeptiert habe Ticketing-Leiter Oliver Meßthaler: „Keiner hat es akzeptiert. Kein Einziger.“

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