44. Bundesliga-Saison
Bremer Kraftakt in letzter Minute

Lange sah es so aus, als würde Werder Bremen im Spiel gegen Hannover 96 einen Fehlstart in die Bundesliga hinlegen. Doch mit einem fulminanten Endspurt konnte die Bremer Mannschaft das Ruder noch einmal rumreißen.

HB HANNOVER. Dank der späten Tore von Hugo Almeida (79. Minute), Miroslav Klose (85.) und Daniel Jensen (90.+2) drehte der Titel-Mitfavorit am Sonntagabend im Nord-Derby bei Hannover 96 einen 1:2-Rückstand in einen glücklichen 4:2 (1:1)-Sieg um, war aber lange Zeit weit von der starken Form der vergangenen Saison entfernt. Vor 47 000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena hatte der Brasilianer Diego (19.) den ersten Treffer für Werder erzielt. Jiri Stajner (41.) und Vahid Hashemian (67.) drehten den Spieß aber vorübergehend zu Gunsten der starken Hausherren um, die dicht vor dem ersten Punktspielerfolg über Werder seit 32 Jahren, am Ende aber mit leeren Händen da standen.

„Wir haben ein eingespieltes Team und noch einige gute Spieler hinzu bekommen. Ich habe große Hoffnungen, dass wir eine tolle Saison spielen werden. Ein guter Start war wichtig“, meinte Klose zufrieden. Auch sein neuer Mitspieler Diego verbreitete nach seiner starken Premiere Zuversicht: „Wir gehören auf jeden Fall zu den Titel- Favoriten, müssen aber starke Leistungen über die gesamte Saison abliefern.“ Dagegen war 96-Keeper Robert Enke die Laune verdorben: „Nach dem 2:1 sah es so aus, als wenn wir den Sieg nach Hause bringen könnten, aber am Ende haben uns die Bremer wieder ausgespielt. Eigentlich habe ich keine Lust mehr, gegen die zu spielen.“

Noch ohne Nationalspieler Per Mertesacker (Rehabilitation), der vor der Partie von 96-Präsident Martin Kind verabschiedet wurde, aber mit den Neuzugängen Diego, Pierre Womé und Clemens Fritz startete Werder das Unternehmen Meisterschaft. Beinahe hätte Hashemian für die frühe Gäste-Führung gesorgt, doch der Iraner traf per Kopf (6.) den Außenpfosten des eigenen Tores. 96 bot in Arnold Bruggink, Szabolcs Huszti und dem im Mertesacker-Transfer verrechneten Ex-Bremer Frank Fahrenhorst ebenfalls drei Neue auf. Hashemian (9.) hatte auch für seine umformierte Elf eine große Chance, schob das Leder aber am Tor vorbei, nachdem er Schlussmann Tim Wiese bereits ausgespielt hatte.

Die Bremer, die mit der Aufschrift „we win!“ statt mit dem Namen ihres Hauptsponsors auf den Trikots spielten, agierten längst nicht so druckvoll wie in der vorigen Saison. Erst ein kapitaler Patzer von Steven Cherundolo ermöglichte Sechs-Millionen-Einkauf Diego das erste Bundesliga-Tor. Die Hausherren hielten aber voll dagegen. Schüsse von Huszti (28.) und Yankow (30.) konnte Wiese noch parieren, ehe der frei vor ihm auftauchende Stajner zum verdienten 1:1 traf. Die Chance zur erneuten Bremer Führung vergab Tim Borowski (43.), als er mit einem höchst umstrittenen Foulelfmeter an Robert Enke scheiterte.

Nach Wiederanpfiff wurde der Druck auf die Gäste noch größer. Der von Stajner glänzend frei gespielte Huszti (52.) schoss aber ebenso knapp am Tor vorbei wie Michael Tarnat seinen Freistoß (54.). Trainer Thomas Schaaf reagierte auf das wirkungslose Spiel seiner Mannschaft und brachte Daniel Jensen für Borowski, der wie auch die anderen WM- Teilnehmer im Werder-Team blass blieb (60.). Sieben Minuten später war aber Hashemian zur Stelle und nutzte eine Unachtsamkeit in der anfälligen Bremer Hintermannschaft zur verdienten Führung. Doch dann kam Werders Kraftakt: Der für Klasnic eingewechselte Almeida nutzte einen Fehler des sonst starken Enke, dann trafen Klose und Jensen.

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