Absage der WM-Auftaktgala: Fifa macht das Grün zum Sündenbock

Absage der WM-Auftaktgala
Fifa macht das Grün zum Sündenbock

Offiziell fällt die Auftaktgala zur Fußball-WM wegen Zeitnot beim Abbau der Bühnen und beim Auslegen des neuen Rasens ins Wasser. So hatte es zumindest Fifa-Chef Joseph Blatter gesagt. Doch der wahre Grund ist offenbar ein ganz anderer.

HB BERLIN. Mangelndes Interesse des Publikums soll ein wesentlicher Grund für die Absage der WM-Eröffnungsgala durch den Fußball-Weltverband Fifa gewesen sein. Wie die "Berliner Morgenpost" vorab aus ihrer Samstagsausgabe berichtet, sollen bislang erst 5000 Karten für das Spektakel im Berliner Olympiastadion verkauft worden sein. Das Blatt berief sich dabei auf Informationen aus der Umgebung des künstlerischen Leiters André Heller. Ein Grund für das schwache Interesse sei die mangelhafte Werbung der Fifa für die Gala gewesen, hieß es.

Der Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages Peter Danckert schlug in die gleiche Kerbe, wenn auch mit einer anderen Begründung. Der SPD-Politiker sagte, die Begründung der Fifa sei nicht ernst zu nehmen. Er bezeichnete die Gründe der Fifa als Vorwand. Ausschlaggebend seien tatsächlich künstlerische Differenzen zwischen Heller und der Fifa gewesen, sagte er in mehreren Interviews.

Die Fifa hatte ihre Entscheidung am Freitag mit der knappen Zeit zwischen der am 7. Juni geplanten Festveranstaltung und dem ersten Gruppenspiel im Olympiastadion am 13. Juni begründet. In so wenigen Tagen seien ein termingerechter Abbau der Bühnen und die Verlegung eines neuen Rasens in perfekter Spielqualität "nicht ohne erhebliche Risiken möglich". Fifa-Präsident Joseph Blatter drückte ob der Entscheidung sein Bedauern aus, nannte sie aber unumgänglich. Die späte Absage sei nicht leicht gefallen, "aber für uns als Weltfußballverband müssen die sportlichen Aspekte schließlich Vorrang haben", erklärte Blatter.

Die für die Verlegung des Rasens im Berliner Olympiastadion verantwortliche Firma hat mit Verwunderung auf die Absage reagiert. "Für mich wäre es kein Problem gewesen, den Rasen rechtzeitig zu verlegen", sagte Firmenchef John Hendriks gegenüber "Spiegel Online".

Die WM-Gala hatte bereits bei den Planungen für Ärger gesorgt. Zunächst wurde über Austragungsort und-datum gestritten. Berlin setzte sich schließlich gegen München durch, wo am 9. Juni mit der Partie Deutschland gegen Costa Rica die WM sportlich beginnt. Wegen einer möglichen Beschädigung des Rasens war zunächst der 7. Juni gewählt und das erste Spiel im Olympiastadion zwischen Weltmeister Brasilien und Kroatien vom 12. auf den 13. Juni verschoben worden.

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