Abschied bei ManU: Sir Alex Ferguson tritt zurück

Abschied bei ManU
Sir Alex Ferguson tritt zurück

Fußball-England in Aufruhr: ManUs Trainerlegende Alex Ferguson kündigt seinen Rücktritt an. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Als möglicher Nachfolger von „Furious Fergie“ wird auch Jürgen Klopp gehandelt.
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Die englische Premier League verliert ihren dienstältesten Trainer und der europäische Fußball einen Charakterkopf: Trainer- und Manager-Legende Alex Ferguson beendet zum Saisonende nach fast 27 Jahren seine Erfolgskarriere bei Manchester United. Das gab der englische Fußball-Rekordmeister am Mittwoch per E-Mail bekannt.

In seiner Laufbahn führte der „ewige Fergie“ ManU bislang zu 13 Meistertiteln und zwei Siegen in der Champions League. Insgesamt gewann der Schotte bei seinen Trainerstationen St. Mirren, FC Aberdeen und Manchester United 48 Titel. „Es ist die richtige Zeit“, sagte Ferguson in der Mitteilung.

Der 71 Jahre alte Ferguson gilt als ManU-Urgestein, trainierte er die „roten Teufel“ doch 26 1/2 Jahre lang und ist einer der Gründe für die jahrlange Dominanz des Teams. „Die Entscheidung, zurückzutreten habe ich nicht leicht getroffen", sagte Ferguson in einem schriftlichen Statement.

Es sei ihm wichtig gewesen, den Verein in der möglichst stärksten Form zu verlassen. Das habe er nun getan. Die Stabilität und der Erfolg unter Fergusons Führung, der frühere Pläne sich bereits zum Ende der Saison 2001/202 zurückzuziehen verworfen hatte, hatte er United ermöglicht, einer der stärksten Vereine der Welt zu werden – auch finanziell.

Jahrelang war der Verein der unangefochtene Spitzenreiter der Forbes-Liste der wertvollsten Fußballteams – bis er in diesem Jahr erstmalig von Real Madrid überholt wurde. Der Wert von ManU liegt demnach bei 3,1 Milliarden Dollar (Real: 3,3 Milliarden Dollar). Erst vergangene Woche hatte ManU Rekord-Ausgaben für Transfers von 142 Millionen Dollar (91,7 Millionen Pfund) bekanntgegeben. Die Einnahmen durch Sponsoren waren demnach um 52 Prozent gestiegen. Dieser Erfolg geht zu großen Teilen auf das Konto des Erfolgs-Trainers.

Die Geldgeber des Teams, die US-Familie Glazer, nannte vor einigen Jahren, die Möglichkeit, dass Alex Ferguson den Verein verlassen könnte, als einen der größten Risikofaktoren für den Verein. „Alex hat immer und immer wieder bewiesen, was für ein fantastischer Manager er ist. Aber ist außerdem ein wundervoller Mensch“, sagte Co-Chairman Joel Glazer. Sein Erfolgswille und Verpflichtung dem Klub gegenüber seien bemerkenswert.

Der Rücktritt kommt überraschend, obwohl Ferguson selbst stets betont habe, er wisse, was Schluss sein müsse. Noch im Stadionheft für das Premier-League-Heimspiel gegen den FC Chelsea (0:1) am Sonntag hatte er geschrieben: „Ob ich eine weitere Dekade des Erfolgs beaufsichtigen werde, wird man sehen. Aber ich habe im Moment ganz sicher keine Pläne, etwas aufzugeben, von dem ich glaube, dass es etwas Besonderes werden wird.“

Ferguson wird in Erinnerung bleiben als „Furious Fergie“ mit dem knallroten Kopf, dem manischen Kaugummikauen an der Seitenlinie und den gebrüllten Kabinenansprachen und der Anekdote, wie der Werftarbeitersohn David Beckham einst cholerisch einen Schuh ins Gesicht kickte – woraufhin Englands Glamourboy wegen einer Platzwunde unter dem Auge genäht werden musste.

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