Abschiedsspiel
Kahns letzte große Show

Zum letzten Mal "Druck", zum letzten Mal "Ich", zum letzten Mal Kahn: Heute Abend nimmt der Torhüter offiziell Abschied. Und Kahn wäre nicht Kahn, wenn er das nicht auf seine Weise tun würde: Bei seinem "Fußballfest" will er nur im Bayern-Tor spielen und nicht auch in dem der Nationalelf.

MÜNCHEN. Er kam zu spät, und dann klingelte sein Telefon. Früher hätte beides gekostet, das Telefon wie die Verspätung. Aber mittlerweile darf er sich das erlauben, der Fußballtorwart außer Dienst. Oliver Kahn erschien rasiert und gestriegelt am Tag vor seinem Abschiedsspiel heute (FC Bayern gegen deutsche Nationalmannschaft, 20 Uhr, ZDF live), sein Hemd war weiß, der Anzug dunkel. "Das ist die letzte offizielle Pressekonferenz von Oliver Kahn", erklärte FCB-Pressedirektor Markus Hörwick.

Medienzeitfenster heißt das seit Jürgen Klinsmann. Und vielleicht war der neue Bayern-Trainer auch an der Verspätung schuld. "Der Jürgen hat mir alles gezeigt", sagte Kahn, staunte über die Umbauten auf dem Klubgelände und behauptete, Paul Breitner sei auch dabei gewesen. Ob als Friedensengel oder nur zufällig, ließ er offen. Der Bundestrainer Klinsmann hatte Kahn vor der WM 2006 zur Nummer zwei degradiert, seitdem pflegen die beiden ein wechselhaftes Verhältnis. "Vielleicht", sagte Kahn grinsend, "stellt er mich gar nicht auf".

Warum ausgerechnet der streitbare Breitner mit den beiden zur Besichtigung antrat, blieb so rätselhaft wie die Tatsche, warum der gebürtige Karlsruher bei seinem "Fußballfest" nur im Bayern-Tor spielen wird und nicht auch in dem der Nationalelf. Es sei der ausdrückliche Wunsch von Kahn gewesen, nur für die Bayern zu spielen, ließ Bundestrainer Joachim Löw verlauten. Kahn dagegen wiegelte ab: "Ich würde das nicht so auf die Goldwaage legen." Das könne man kurzfristig ändern.

In welchem Trikot auch immer er seinen letzten Ball pariert - danach wird DFB-Präsident Theo Zwanziger den 86-maligen Nationalspieler Kahn zum Ehrenspielführer ernennen. Beides - Abschiedsspiel und Ehrenspielführer-Würde - hat der DFB Jürgen Klinsmann nach 108 Länderspielen übrigens nicht zugestanden.

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