Abspielen der Nationalhymnen bleibt - mehr Respekt von den Fans gefordert
Blatter hält Chipball für nicht ausgereift

Joseph Blatter hat in der Diskussion um elektronische Hilfen für Schiedsrichter dem viel diskutierten Chipball eine Absage erteilt. Stattdessen verlangt er mehr Respekt von den Fans.

HB LEIPZIG. Fifa-Präsident Joseph Blatter hat den Chipball als derzeit noch nicht ausgereift bezeichnet. Der Ball, der beim Überqueren der Torlinie ein elektronisches Signal an den Schiedsrichter gibt, sei in absehbarer Zeit bei großen Turnieren wie Weltmeisterschaften nicht einsetzbar, sagte Blatter nach einer Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees in Leipzig. Damit müsse man sich weiter auf die Entscheidungen der Schiedsrichter verlassen und auch eventuelle Fehlentscheidungen hinnehmen.

40 Jahre nach dem umstrittenen dritten Tor im WM-Finale 1966 zwischen England und Deutschland könne die Technik noch immer nicht zuverlässig über ein Tor entscheiden, sagte Blatter weiter. Die bisherigen Versuche seien nicht überzeugend ausgefallen. Der Entwickler, der Sportartikelhersteller Adidas, könne die neue Technologie aber weiter testen.

Der Fifa-Präsident verteidigte die Entscheidung des Weltverbandes, den jeweiligen Disziplinarkommissionen in den Nationalverbänden die Möglichkeit zu geben, Schiedsrichterentscheidungen zumindest teilweise mit Hilfe von Videobeweisen zu revidieren. Erstmals habe man bei der WM in den USA damit gute Erfahrungen gemacht. Dort habe der Schiedsrichter im Viertelfinalspiel zwischen Italien und Spanien ein Foul eines italienischen Spielers nicht geahndet. Die Fifa habe den Italiener anschließend gesperrt. Auch bei der Fußball-WM in Deutschland könnten Schiedsrichterentscheidungen nachträglich aufgehoben werden. So könnten rote Karten im Nachhinein annulliert werden.

Erneut sprach sich Blatter dafür aus, das Abspielen von Nationalhymnen vor Spielen beizubehalten. Der Schweizer hatte nach Zwischenfällen bei den Qualifikationsspielen die Frage gestellt, ob man diese Ritual abschaffen sollte. Auslöser waren Buhrufe und Pfiffe gegen die Nationalhymnen der jeweils gegnerischen Mannschaften. Blatter forderte von den Fans, sie sollten dem Gegner mehr Respekt entgegenbringen.

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