Abstiegskampf
Podolski glaubt an das „Wunder“

Lukas Podolski hat seine Formkrise noch rechtzeitig für vor dem Saisonfinale überwunden. Der Nationalstürmer des 1. FC Köln will mit seinem Klub beim Spiel gegen den HSV „lebenswichtige“ Punkte gegen den Abstieg erkämpfen.

HB KÖLN. Es war der Versprecher des Fußball-Jahres 2006. „Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch“ - das war Lukas Podolski pur, das war der Instinktfußballer, der nach langer Durststrecke augenscheinlich die Unbekümmertheit wiedergefunden hat, die ihn zum Bundesligaprofi und Nationalspieler machte. Dank Podolskis Leistungen hielt der 1. FC Köln seine Hoffnungen lange aufrecht. Und Podolski glaubte wieder daran, „dass wir das Wunder schaffen und den Abstieg vermeiden“.

Diesem Ansinnen galt zuletzt das einzige Streben des fast 21- Jährigen. Alles andere rückte in den Hintergrund, die Schlagzeilen um einen Wechsel zu Bayern München oder Real Madrid wichen jenen über Tore oder Vorlagen des gebürtigen Oberschlesiers. „Wir müssen uns allein auf uns konzentrieren und alles andere ausblenden“, verdeutlichte Podolski, dass ausschließlich das Gemeinwohl im Zusammenwirken mit Fans, Mitspielern und dem Geißbock-Club höchste Priorität genießt.

Podolski hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass der 1. FC Köln, für den er schon seit D-Jugend-Zeiten (1995) spielt, seine sportliche Heimat ist. „Ganz klar mein Traumverein“ sei der Club, bei dem Podolski noch einen Vertrag bis 2008 hat. Doch Verlockungen sind da: Für eine fixierte Ablösesumme von einer Million Euro kann der Nationalstürmer den FC schon 2007 verlassen. Und das drängende Werben aus München war so offenbar, dass sich Podolski Anfang April sogar zu einem öffentlichen Dementi genötigt sah, er habe bei den Bayern bereits unterschrieben. Dem sei definitiv nicht so, hieß es.

Die Zeit der Klarheit rückt indes näher, Podolski kündigte eine Entscheidung über seine sportliche Zukunft noch vor WM-Beginn am 9. Juni an. Dabei sind zwei Varianten denkbar. Variante eins: Podolski bleibt beim FC und strebt im Abstiegsfall den sofortigen Wiederaufstieg an. Variante zwei: Podolski geht vorzeitig und bringt dem FC eine möglicherweise zweistellige Millionen-Ablösesumme. FC- Präsident Wolfgang Overath hat dem Kölner Publikumsliebling mehrfach in Aussicht gestellt, ihn unter allen Umständen halten zu wollen. „Da kann er noch zehn Mal schlecht spielen, das ändert gar nichts“, meinte Overath schon vor der Winterpause. Dem 62-Jährigen wäre eine Art „Rentenvertrag“ mit Podolski am liebsten.

Der Protagonist jedenfalls fühlt sich nach eigenem Bekunden derzeit „richtig gut“, die Faktoren Vergnügen und positive Ablenkung nahmen trotz der prekären sportlichen Lage seines Clubs zu. Bei Rallyefahrer Armin Schwarz war er im Eifel-Ort Daun als Co-Pilot im Probe-Einsatz, bei Jürgen Klinsmanns Fitnesstest in Düsseldorf hatte Podolski „wirklich Spaß“. Und von Spaß, vom Instinkt - da lebt der Fußballer Podolski.

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