Abstiegskrimi
Trauerstimmung in Köln

Der 1. FC Köln hat das dramatische Abstiegsfinale in der Bundesliga verloren. Die Rheinländer verloren gegen den Favoriten aus München deutlich - und Berlin nutze unverhofft die letzte Chance einer desaströsen Saison.
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BerlinDer 1. FC Köln ist der große Verlierer im Abstiegskrimi und muss wieder den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Am letzten Bundesliga-Spieltag unterlagen die Geißböcke dem FC Bayern München mit 1:4 und wurden von Hertha BSC noch vom 16. Platz verdrängt. Die Berliner nutzten mit dem 3:1 gegen 1899 Hoffenheim am Samstag ihre letzte Chance und dürfen trotz einer desaströsen Rückrunde in der Relegation gegen den Dritten der 2. Liga noch auf den Klassenverbleib hoffen. Änis Ben-Hatira war mit seinem Tore-Doppelpack der Berliner Held. Raffael beendete mit seinem Tor in der Nachspielzeit das Zittern. Köln steigt hingegen zum fünften Mal aus dem Fußball-Oberhaus ab.

In Köln war schon vor dem Abpfiff Wehmut zu spüren. Fans und Verein verabschiedeten Club-Ikone Lukas Podolski, der in der kommenden Saison beim FC Arsenal in London spielen wird. Seinen Heimatclub wird er aus der Ferne in Liga zwei verfolgen müssen. Gegen Bayern ging der erste Bundesliga-Meister aus Köln mit Pauken und Trompeten unter.

Schon 17 Minuten vor dem Anpfiff wurde es emotional im RheinEnergie Stadion. Podolski wurde, mit Sohn Luis (4) an der Hand, unter tosendem Applaus verabschiedet. Nach insgesamt 14 Jahren erhielt er vom Präsidium um den neuen Präsidenten Werner Spinner eine Fotocollage und einen Blumenstrauß, auf der Videoleinwand liefen die schönsten Szenen seiner Kölner Karriere.

Zudem wird Podolski eine besondere Ehre zuteil. Solange seine Karriere läuft, wird der FC die Rückennummer 10 nicht mehr vergeben. "Die einzige Ausnahme wäre: Lukas Podolski kehrt irgendwann wieder zurück", verkündete Stadionsprecher Michael Trippel. Podolski hatte dies unter der Woche als durchaus möglich bezeichnet. Die Stadionhymne wurde auf ausdrücklichen Wunsch des 26-Jährigen vor dem Anpfiff instrumental eingespielt und nur von den Fans gesungen, die ihm zudem mit einer Choreografie und Plakaten huldigten.

Bei Bayern hatte Jupp Heynckes in Gedanken offenbar das DFB-Pokal-Endspiel gegen Borussia Dortmund am nächsten Samstag übersprungen und zwei Wochen vor dem Champions-League-Finale seine mögliche "Chelsea-Elf" aufgeboten: die Bestformation - ohne die in der Königsklasse gesperrten David Alaba, Holger Badstuber und Luiz Gustavo.

Die Fans feuerten den FC zunächst frenetisch an, die Gastgeber spielten zumindest engagiert. Den Bayern war allen Bekenntnissen zum Trotz zunächst die sportliche Wertlosigkeit anzumerken,auch wenn sie nach spätestens 20 Minuten die Kontrolle übernahmen. Das Berliner Führungstor, das die Kölner in der Livetabelle in die 2. Liga beförderte, wurde in der Arena zunächst nicht bekannt gegeben. Nach einer knappen halben Stunde hätte Podolski auch Köln in Führung schießen können, er verzog jedoch aus aussichtsreicher Position.

Müllers Tor war zunächst der Stimmungskiller. Nach der Pause kamen die Kölner zunächst mit frischem Mut aus der Kabine, das kuriose Eigentor, als Geromel Mitspieler Kevin McKenna anschoss und den abprallenden Ball dann selbst über die Linie lenkte, war die Entscheidung. Robben legte zwei Minuten später nach. Nun war klar: Der FC konnte sich nicht mehr selbst retten, helfen könnte nur noch Hoffenheim in Berlin. Doch gegen die stark kämpfende Hertha war das alles andere als einfach

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