Abwehr bleibt Sorgenkind
Nationalelf begeistert mit Torfestival

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat im Eröffnungsspiel der Fußball WM 2006 auch ohne ihren Kapitän Michael Ballack dank einer überzeugenden Offensivleistung einen Einstand nach Maß gefeiert und mit einem 4:2 (2:1)-Sieg gegen Costa Rica den ersten Schritt Richtung Achtelfinale gemacht. Doch das Team machte es sich auf Grund einer erneut schwachen Abwehrleistung selbst schwer und musste bis zuletzt um den insgesamt verdienten Erfolg zittern. Erst ein fulminanter Weitschuss vom starken Torsten Frings in der 87. Minute beseitigte die letzten Zweifel am Auftaktsieg für den WM-Gastgeber.

MÜNCHEN. Es erinnerte stark an die Auftritte beim Confederations Cup im vergangenen Jahr, was die am Ende begeisterten 66 000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz-Arena in Müchen zu sehen bekamen: Vorne hui und hinten pfui, lässt sich die Leistung in wenigen Worten zusammenfassen. Mann des Tages beim für Eröffnungsspiele ungewöhnlichen Torfestival war Torjäger Miroslav Klose, der zwei Tore zum erhofften Erfolg beitrug und sich damit selbst das schönste Geschenk zu seinem 28. Geburtstag machte. Er wurde anschließend zu Recht zum "Man of the Match" gewählt. Für die frühe deutsche Führung schon nach fünf Minuten hatte Philipp Lahm mit einem Traumtor vom Strafraumeck gesorgt.

Der insgesamt dennoch verdiente Erfolg zeigte aber erneut schonungslos die Archillesferse des deutschen Teams auf: die Abwehr. Sie hinterließ wieder einmal alles andere als einen sattelfesten Eindruck. Bei beiden Gegentreffern spielte die Viererkette gegen auf Abseits, beide Male ließ der zu tief stehende Arne Friedrich auf der rechten Seite das taktische Mittel nach hinten los gehen.

Dabei hatte die Mannschaft es eigentlich gar nicht nötig, gegen den Ein-Mann-Sturm Wanchope - er erzielte in seinem 68 Länderspiel die Tore 44 und 45 zum 2:1 und 3:2 - so viel Risiko zu gehen. Denn das Offensivspiel der Mittelamerikaner war ansonsten fast über die gesamte Spielzeit alles andere als zwingend. In den nächsten Spielen wird sich die Defensivformation steigern müssen, will das Team nicht eine böse Überraschung erleben.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann zeigte sich trotz dieser Defizite zufrieden: "Es ging für uns darum, gut ins Turnier zu kommen. Wir wollten einen Dreier einfahren, die Zuschauer mitreißen und ihnen etwas bieten. Ich glaube das ist uns gelungen." Über seine Defensive wollte der sichtlich erleichterte Coach denn auch nicht den Stab brechen. "Es ist normal, dass bei einem solchen Eröffnungsspiel im heimischen Land eine gewisse Nervosität und Anspannung da sind. Die führen dann eben auch zu Fehlern, wie wir sie bei den beiden Gegentoren gesehen haben."

Mindestens ebenso glücklich zeigten sich die beiden Torschützen Mirolav Klose und Phiipp Lahm. "Es gibt nichts schöneres, als das Eröffnungssiel bei einer Heim-WM zu gewinnen. Dass ich zwei Tore dazu beitragen konnte, ist umso schöner", erklärte das Geburtstagskind. Auch Lahm unterstrich die Bedeutung eines Auftaktsiegs. "Es ist immer wichtig, dass man mit einem Sieg in so ein Turnier startet, vor allem zu Hause." Zugleich zollte er den Fans Respekt: "Man hat gesehen, was für eine Euphorie hier im Stadion war. Der Erfolg gehört auch den Fans." Der Bremer begründete derweil seine Auswechselung Mitte der zweiten Halbzeit mit einem Zwicken im Oberschenkel. "Ich habe gemerkt, dass der Muskel zumacht. Aber die Herausnahme war eine reine Vorsichtsmaßnahme."

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