Abwehr „kein Sorgenkind“
„Klinsi“ verordnet Lockerheit

Mit demonstrativer Rückendeckung und Trainings-Sonderschichten will Jürgen Klinsmann seine löchrige Abwehr in letzter Minute sattelfest für den Confederations Cup machen. Doch Teammanager Oliver Bierhoff baut für den Misserfolgsfall schon mal vor.

HB FRANKFURT/MAIN. Der Bundestrainer verteidigte seine Defensiv-Abteilung gegen die anhaltende Kritik und glaubt trotz der bedenklichen Aussetzer in den letzten Testspielen an den sportlichen Erfolg bei der Mini-WM. "Wir wissen, es wird viel über die Abwehr diskutiert, aber sie ist nicht unser Sorgenkind", erklärte Klinsmann und bemühte sich viel mehr darum, Vorfreude auf das Eröffnungsspiel am 15. Juni in Frankfurt gegen Außenseiter Australien zu wecken: "Das Kribbeln geht los. Die Mannschaft ist heiß. Wir wollen optimal in das Turnier starten." Der Bundestrainer erwartet gegen den Ozeanien-Meister einen Sieg, womit die DFB-Auswahl vor den weiteren Vorrundenspielen gegen Tunesien und dem Gruppen-Favoriten Argentinien Kurs auf ihr Minimalziel Halbfinale nehmen würde.

Team-Manager Oliver Bierhoff räumte zwei Tage vor dem Turnierstart ein, dass die neue Teamleitung knapp elf Monate nach dem Amtsantritt bei ihrer ersten großen Bewährungsprobe um die Verpflichtung zum Erfolg weiß. "Wenn wir das Halbfinale nicht erreichen, wird eine Enttäuschung da sein und große Kritik aufkommen", sagte Bierhoff. Er warb vorsorglich darum, selbst bei einem Scheitern in der Vorrunde nicht in Panik zu verfallen. "Wir wissen, viele schauen jetzt, was passiert, wenn es drauf ankommt. Aber man sollte - egal, wie es ausgeht - nicht nur alles schwarz-weiß sehen", sagte Bierhoff.

Klinsmann will trotzdem seinen Akteuren eine "gewisse Lockerheit" verordnen. "Jeder Spieler hat viel vor und will sich für die WM 2006 positionieren. Aber wir wollen nicht, dass sie einen Tunnelblick bekommen." Die Mini-WM soll in erster Linie ein Test bleiben, weshalb er auch nicht von Erlebnis- auf Ergebnisfußball umschalten will. "Wir haben unsere Spielphilosophie klar definiert, und die geht nach vorne. Das werden wir auch hier fortsetzen", verkündete Klinsmann. Einen kleinen Einspruch gab es allerdings vom Noch-Münchner Torsten Frings, der forderte, in letzter Konsequenz doch das nackte Resultat in den Vordergrund zu stellen: "Wir müssen lernen, wenn wir kurz vor Schluss führen, auch mal das Spiel clever nach Hause zu bringen."

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