AC Mailand Berlusconi verkauft Klub nach China

Erst Inter Mailand, jetzt AC Mailand: Auch der zweite Traditionsklub an Chinesen. Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi gibt den AC Mailand an Investoren aus China ab. Diese drängen verstärkt in Europas Fußballmarkt.
Der italienische Traditionsklub gehört zukünftig Investoren aus China. Quelle: dpa
AC Mailand

Der italienische Traditionsklub gehört zukünftig Investoren aus China.

(Foto: dpa)

MailandSilvio Berlusconi verkauft den italienischen Fußballclub AC Mailand an chinesische Investoren: Der ehemalige italienische Premier billigte einen Vorvertrag mit einer Investorengruppe, wie seine Familienholding Fininvest und der AC Mailand am Freitag mitteilten. Der Deal, an den beide Seiten nun gebunden seien, müsse bis Ende des Jahres vollendet werden, wenn die italienischen und chinesischen Behörden ihre Zustimmung gegeben hätten, hieß es. Damit geht nach Inter Mailand auch der zweite traditionsreiche Club der norditalienischen Metropole mehrheitlich an Chinesen.

Das Konsortium übernimmt laut Mitteilungen 99,93 Prozent an dem Traditionsverein. Die Übereinkunft werde mit 740 Millionen Euro bewertet, mit geschätzten Schulden von rund 220 Millionen Euro. Der tatsächliche Kaufpreis ging aus den Mitteilungen nicht hervor.

Mit der Vereinbarung verpflichten sich die neuen Besitzer auch zu Investitionen und einer finanziellen Stärkung des AC Mailand. Sie sollen demnach insgesamt 350 Millionen Euro über drei Jahre investieren. Hundert Millionen werden zum Zeitpunkt des Kaufs fällig.

Während der Verhandlungen hat Fininvest laut eigenen Angaben als oberstes Ziel verfolgt, was Berlusconi stets verlangt hatte: Dass der Club finanziell gut ausgestattet sein müsse, um ihn im Wettbewerb mit den europäischen Spitzenteams konkurrenzfähig zu machen. Laut Mitteilung hatte die Fininvest-Holding der Familie Berlusconi bereits vor Monaten Gespräche mit den Chinesen aufgenommen.

Diese Fußballklubs sind 25 Milliarden Euro wert
Platz 20: Newcastle United
1 von 21

Wert: 337,04 Millionen Euro

Ganz hinten sein – für Newcastle United in dieser Saison ein vertrautes Gefühl. In der Liste der 20 wertvollsten Teams der Welt mag auch einer der hinteren Plätze immer noch ein Grund zur Freude sein, in der englischen Premier League weniger: Die „Magpies“ müssen nach einer katastrophalen Saison als Tabellenachtzehnter den Gang in die zweitklassige Championship antreten.

Quelle: Forbes

Platz 19: SSC Neapel
2 von 21

Wert: 348,48 Millionen Euro

Zweiter in der Liga, Qualifikation für die Champions League geschafft: Sehr viel besser läuft es beim SSC Neapel. Der italienische Klub ist so erfolgreich, wie zuletzt in den 90ern, als Diego Maradona seine Schuhe für die „Azurri“ schnürte.

Platz 18: AS Rom
3 von 21

Wert: 447,04 Millionen Euro

Für den AS Rom reichte es in dieser Saison dagegen nur für Platz 3 in der Serie A – auf dem Weg zu den internationalen Fleischtöpfen muss die Roma also die Qualifikation überstehen. Derzeit plant der Klub den Bau eines neuen, selbstfinanzierten Stadions mit 52.500 Plätzen.

Platz 17: West Ham United
4 von 21

Wert: 476,96 Millionen Euro

Der englische Mittelfeldklub hat noch nie in der Champions League gespielt und zählt doch zu den wertvollsten der Welt. Nach der Insolvenz des bisherigen Trikotsponsors Alpari, zierte die Leibchen der „Hammers“ in der abgelaufenen Saison der „betway“ Schriftzug. Der Wettanbieter zahlt den Londonern für dreieinhalb Jahre 27,8 Millionen Euro.

Platz 16: Inter Mailand
5 von 21

Wert: 491,92 Millionen Euro

Dem italienischen Klub kann niemand vorwerfen, sich nicht um eine bessere Vermarktung zu bemühen: Der Verein hat die Investmentbank Goldman Sachs engagiert, um in der Asien-Pazifik Region neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Platz 15: Atlético Madrid
6 von 21

Wert: 557,04 Millionen Euro

Bis 2011 darbte der 2002 wieder aufgestiegene Stadtrivale des großen Real im Mittelfeld der spanischen Liga vor sich hin. Dann kam Trainer Diego Simeone: Meisterschaft, Europa-League-Sieg, Champions-League-Finale – seit vier Jahren schloss Atlético keine Saison schlechter als Platz drei ab. Und schlug immer wieder den Erzrivalen – außer im Finale der Champions League 2014, dass Real Madrid für sich entschied. Nun steht in Mailand die Revanche an.

Platz 14: FC Schalke 04
7 von 21

Wert: 576 Millionen Euro

Es war keine gute Saison für Königsblau: Biederer Fußball und lediglich Platz fünf in der Liga, die Chancen auf die Campions League schon am vorletzten Spieltag vergeben. Unter dem neuen Manager Christian Heidel soll auf Schalke nun wieder einmal alles besser werden.

Der AC Mailand gehört zu den erfolgreichsten Fußballclubs in Europa. Der bislang letzte Triumph in der Meisterschaft gelang in der Saison 2010/2011. In der Spielzeit 2006/07 holten die Schwarzroten zuletzt den Champions-League-Titel.

Investoren aus China kaufen sich derweil verstärkt bei europäischen Proficlubs ein: Ebenfalls am Freitag wurde die Übernahme des englischen Teams West Bromwich Albion durch eine Gruppe aus China bekannt. Es fehle nur noch die Bestätigung durch die zuständige Finanzbehörde Großbritanniens und die Premier League, hieß es. Anfang Juni hatte der chinesische Konzern Suning für 270 Millionen Euro die Mehrheit am italienischen Traditionsclub Inter Mailand gekauft.

Insgesamt wird in China stark in den Fußball investiert. Dahinter scheint auch Staats- und Parteichef Xi Jinping zu stecken: Er hofft, dass sich China für die Weltmeisterschaft qualifiziert, selbst ein solches Turnier austrägt und einen WM-Titel holt.

  • dpa
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