AC Mailand
Verkauf des erfolglosen Klubs rückt näher

Auch unter Filippo Inzaghi spielt der AC Mailand eine miserable Saison, der Coach steht wohl vor dem Rauswurf. Doch die Probleme im Verein könnten größer sein: Präsident Berlusconi will den Club nach 29 Jahren verkaufen.
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MailandWährend der AC Mailand noch tiefer ins Mittelmaß stürzte, bastelte Silvio Berlusconi eifrig an seinem Abschied von der großen Fußball-Bühne. Vier Stunden lang soll der Präsident des Serie-A-Clubs mit dem thailändischen Investor Bee Taechaubol über einen Verkauf eines Teils seiner Club-Anteile verhandelt haben - eine mögliche Einigung könnte noch am Donnerstag verkündet werden. Denn mit jeder sportlichen Pleite sinkt der Wert des Traditionsclubs. Am Mittwoch gab es zeitgleich ein bitteres 1:3 gegen CFC Genua, Trainer Filippo Inzaghi steht fünf Spieltage vor Schluss vor dem Rauswurf.

Auch darüber sollte am Donnerstag entschieden werden - italienischen Medien zufolge galt eine Trennung von dem Coach nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie und dem Sturz auf Platz zehn als wahrscheinlich. „Ich gebe nicht auf, jetzt ist es am Club, eine Entscheidung zu treffen, die sicherlich das Beste für Milan sein wird“, sagte Inzaghi nach dem Schlusspfiff. Mit großen Erwartungen war der frühere Weltklasse-Stürmer zu Beginn der Saison angetreten, hatte dem Team jedoch keinen dauerhaften Erfolg bringen können.

Auch die Fans des 18-maligen italienischen Meisters sind mit ihrer Geduld am Ende. Vor dem Spiel bildeten sie auf der Tribüne das Wort „Basta“, die Mannschaft wurde ausgepfiffen. Inzaghi wirkte nach der zehnten Saisonpleite geschockt und ratlos. „Es fällt schwer zu verstehen, was in diesen Momenten passiert“, gab er zu. „Wir müssen weitermachen, um die Saison mit Würde zu beenden, wenn ich die Chance bekomme.“ Die „Gazzetta dello Sport“ urteilte: „Endstation für Pippo. Milan gedemütigt, Inzaghi scheint schon aus dem Spiel.“

Seit 29 Jahren ist Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi Besitzer und Präsident des AC Mailand, der Club war ihm stets heilig, Gerüchte über einen Verkauf dementierte er immer wieder. Doch nach mehreren erfolglosen Jahren scheint der 78-Jährige den Verein nun tatsächlich loswerden zu wollen. „Wenn Verhandlungen laufen, gibt es gewisse Verschwiegenheits-Vereinbarungen“, erklärte Geschäftsführer Adriano Galliani, während der Chef von Berlusconis Medienunternehmen Mediaset, Fedele Confalonieri, das Angebot aus Asien bestätigte.

500 Millionen Euro für 51 Prozent der Anteile soll Taechaubol geboten haben, und auch der chinesische Investor Richard Lee liegt laut Medienberichten aussichtsreich im Rennen. Die „Gazzetta dello Sport“ kommentierte: „Diese Nacht könnte das Ende der rotschwarzen Berlusconi-Dynastie gewesen sein, nach 29 Jahren Herrschaft.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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