Achtefinals versprechen Spannung pur
Argentinien blickt gen Mexiko, Holland will Rache

An einen möglichen Viertelfinal-Gegner Deutschland verschwendet Argentinien noch keinen Gedanken. Stattdessen zählt nur Achtelfinal-Gegner Mexiko. Die Niederlande freut sich derweil auf ein Wiedersehen mit Portugal.

Ein mögliches Viertelfinale gegen den WM-Gastgeber Deutschland ist bei Titelanwärter Argentinien nach dem Sieg in der "Todesgruppe" C tabu. Während das Mannschafts-Maskottchen Diego Maradona auf der Tribüne vor Glück die aus Argentinien stammende niederländische Prinzessin Maxima herzte und sich 10 000 Anhänger trotz der Nullnummer gegen Oranje beinahe in Ekstase sangen, gilt die ganze Konzentration beim zweimaligen Weltmeister dem Achtelfinale am Samstag (21.00 Uhr) in Leipzig gegen Mexiko.

"Ich denke nur an Mexiko - das wird schwierig genug. Im Vorjahr haben uns die Mexikaner beim Konföderationen-Cup im Halbfinale alles abverlangt", erklärte Nationaltrainer Jose Pekerman in Erinnerung an einen zähen Kampf, den die Albiceleste nach 120 spannenden Minuten (1:1) erst im Elfmeterschießen (6:5) gewann. Trotzdem ließ Pekerman schon mal die Muskeln spielen: "Die Mexikaner werden wissen, was sie erwartet: ein starkes Argentinien.

Messi drängte sich auf

"Vor allem in der überragend besetzten Offensive hält der 56-Jährige die Trümpfe in der Hand. In der Neuauflage des Endspiels von 1978 glänzte insbesondere Lionel Messi. Bei seinem ersten WM-Einsatz von Beginn an drängte er sich für den eigentlich mit Hernan Crespo und Savier Saviola bestens besetzten "1-a-Angriff" auf. Einen Stammplatz forderte der vor der WM verletzte Messi aber nicht. "Wir haben bewiesen, dass wir viele gute Spieler haben", erklärte er diplomatisch.

Ein Sonderlob gab es vom Gegner. "Messi ist ein Riesenspieler. In zwei bis drei Jahren wird er der Beste der Welt sein", prophezeite Mittelfeldstar Rafael van der Vaart vom Hamburger SV. Ob Messi an seinem 19. Geburtstag auch gegen Mexiko in der Startelf stehen wird, ließ Pekerman aber offen: "Abwarten." Zwar konnte die Albiceleste vor 48 000 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena nicht an ihre Galavorstellung beim 6:0 gegen Serbien und Montenegro anknüpfen, überzeugte jedoch auch ohne sechs Stammspieler. "Die Auswahl tauscht Namen, aber nicht die Spielweise", befand die Tageszeitung "Clarin". Die Skepsis im Land ist endgültig abgelegt. "Erinnert sich noch einer an die Angst, die wir nach der Gruppenauslosung hatten?", fragte "La Nacion" und gab selbst die Antwort: "Der Pessimismus ist besiegt."

"Ole ole ola, jeden Tag liebe ich dich mehr"

Das gilt auch für Maradona, der als schärfster Kritiker von Pekerman galt, aber das Team nach der souveränen Leistung in der Vorrunde endgültig wieder ins Herz geschlossen hat. "Ole ole ola, jeden Tag liebe ich dich mehr", sang der einstige Weltklassestürmer auf der Tribüne, und die Fans skandierten: "Argentina - eine Leidenschaft, die niemals endet."

Auf das Gemüt drückte nur die Verletzung von Rechtsverteidiger Nicolas Burdisso. Der 25-Jährige zog sich eine Außenbanddehnung im rechten Knie zu, sein Einsatz gegen Mexiko ist fraglich. "Sein Ausfall würde uns sehr weh tun", sagte Pekerman.

Niederländer will Rache

Die Niederländer sinnen im Achtelfinale am Sonntag (21.00 Uhr) in Nürnberg gegen Vize-Europameister Portugal auf Revanche. "Wir haben noch zwei Rechnungen offen", erklärte Mark van Bommel, der wie die ebenfalls mit Gelben Karten vorbelasteten Arjen Robben, Giovanni van Bronckhorst, Joris Mathijsen und Johnny Heitinga vorsorglich auf der Bank blieb.

Vor der WM 2002 scheiterte die Elftal in der Qualifikation an Portugal, vor zwei Jahren bei der Euro dann im Halbfinale (1:2) am damaligen Gastgeber. Doch nach 14 Spielen in Folge ohne Niederlage ist das Selbstvertrauen groß. "Die Portugiesen haben ein exzellentes Team, aber wir sind auch nicht ohne", erklärte Bondscoach Marco van Basten, der gegen Argentinien "weitere Fortschritte" erkannt hat. Für das Training kündigte van Basten schon mal eine besondere Maßnahme an: "Elfmeter üben."

© SID

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