Adidas-Manager
„Wir werden mehr Frauen-Trikots verkaufen als je zuvor“

Die WM in Deutschland ist nicht nur für Frauen-Fußball die perfekte Bühne – auch die Sportartikelhersteller stehen in den Startlöchern. Adidas-Manager Markus Baumann peilt neue Verkaufsrekorde für Damentrikots in Deutschland an. Im Interview spricht er über Fußball-Mode im Alltag, die kommerziellen Erwartungen an das Turnier und den Sex-Appeal des neuen WM-Trikots der DFB-Spielerinnen.
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Die Frauen-Fußball-WM 2011 wird für Adidas ein großer Erfolg, weil…

… wir sehr gut aufgestellt sind: Wir stellen den offiziellen Spielball und mehr als 45.000 Produkte für alle freiwilligen Helfer, für die Offiziellen, für die Schiedsrichter und die Ballkinder. Außerdem rüsten wir mit Deutschland, Japan, Nigeria, Kolumbien und Mexiko insgesamt fünf Teams aus, von denen die DFB-Frauen zu den Titelfavoritinnen zählen und Mexiko und Japan immerhin Außenseiterchancen haben.

 

Top-Favorit sind aber die US-Girls, die von  ihrem schärfsten Konkurrenten Nike ausgestattet werden…

Wir hoffen natürlich, dass die DFB-Frauen zum dritten Mal Weltmeister werden. Aber wenn es nicht klappt, dann wird dadurch unsere Position als Marktführer im Fußball-Bereich nicht gleich ins Wanken geraten.

 

Laut einer Studie der Sporthochschule Köln hat Lira Bajramaj das mit Abstand größte Marktpotenzial unter den deutschen Spielerinnen. Wie sehr fuchst es Sie, dass ausgerechnet auch sie bei Nike unter Vertrag steht?

Gar nicht. Wir stellen unsere Kommunikationsstrategie bewusst nicht auf einen Star ab, obwohl wir zum Beispiel mit der deutschen Torhüterin Nadine Angerer oder die in ihrer Heimat Japan extrem populäre Rekordspielerin Homare Sawa (156 Spiele, 75 Tore, Anm. der Red.) interessante und medienpräsente Akteurinnen unter Vertrag haben. Unser Thema ist vielmehr Teamgeist – denn nur damit kann man Weltmeister werden. Das stellen wir auch in unserer Kommunikation deutlich heraus. Und: Warten wir mal ab, wer am Ende tatsächlich der Star dieser Frauen-WM wird. Vor solchen Turnieren werden häufig Spieler oder Spielerinnen hoch gehandelt, die am Ende keine große Rolle spielen. Am Ende kommt es oft dann ganz anders, im vorigen Jahr bei der Männer-WM in Südafrika standen überraschend Spieler wie Diego Forlan oder Thomas Müller im Mittelpunkt.

 

Welche unternehmerischen Ziele knüpfen Sie an diese Heim-WM?

Unser Ziel ist es, nicht nur die fußballspielenden Frauen anzusprechen, sondern sportinteressierte Frauen insgesamt. Das WM-Umfeld werden wir nutzen, um gezielt unsere Trainingsbekleidung für Frauen und unser modischer geprägtes Angebot der Division Sport Style in das Zentrum der Kommunikation zu rücken.

 

Wie steht es denn speziell um die fußballinteressierten Frauen: Was tut Adidas, um sich diese Zielgruppe zu erschließen?

Wir stellen ganz klar fest, dass die Zahl der Frauen, die sich für Fußball interessieren, seit 2006 wächst. Darauf haben wir auch längst reagiert und bieten inzwischen sehr viel mehr Produkte für diese Zielgruppe an – und das fällt auch auf fruchtbaren Boden. So haben wir etwa im Bereich Fanbekleidung, wo wir die Nachfrage verspürt haben, das Angebot gezielt um damenspezifische Schnitte und Styles erweitert, etwa mit modischen Tops oder Spaghetti-Träger-T-Shirts. Auch Fan-Produkte mit farblichen Akzenten – etwa beim FC Chelsea figurbetont geschnittene Damen-T-Shirts in pink oder lila – verkaufen sich gut. Diesen Weg wollen wir weiter gehen. Und von der WM 2011 in Deutschland erhoffen wir uns natürlich, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt.

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