Ärgernis Asien-Cup
Bundesliga verliert 13 Nationalspieler

13 Bundesliga-Profis verpassen die Vorbereitung auf die Rückrunde, weil sie mit ihren Nationalteams um den Titel beim Asien-Cup kämpfen. Für die Vereine eine „Katastrophe“, für die Spieler ein Zwiespalt.
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MelbourneDie BVB-Stars Shinji Kagawa und Mitch Langerak stecken im Asien-Cup-Dilemma. Beim Kontinental-Turnier am anderen Ende der Welt wollen die beiden Dortmunder Bundesliga-Profis ihre Heimatländer Japan und Australien würdig vertreten und um den Titel mitspielen. In ihrer Wahl-Heimat Deutschland jedoch verpassen sie mit ihrem Club die Vorbereitung auf den Abstiegskampf in der Rückrunde.

In ihrer Gewissensnot sind die beiden Borussen nicht alleine. Auch die Mainzer Fußballer Joo-Ho Park, Ja-Cheol Koo (beide Südkorea) und Shinji Okazaki sowie Gotoku Sakai (beide Japan) vom VfB Stuttgart fehlen ihren Vereinen in diesen Wochen in einer extrem wichtigen Phase der Saison.

Insgesamt haben 13 Spieler aus der ersten und zweiten Liga die Reise nach Australien angetreten, wo an diesem Freitag mit der Partie zwischen der Gastgebernation und Kuwait in Melbourne (10.00 Uhr MEZ) das kontinentale Kräftemessen beginnt.

„Das ist eine schwere Sache“, gab Australiens Nationaltorwart Langerak zu, betonte aber auch: „Es ist eine große Ehre für mich. Der Asien-Cup ist in Australien und wir haben eine gute Chance, ihn zu gewinnen.“ Zwei Herzen schlagen nun in seiner Brust.

Gerade erst hatte er im Vorrunden-Endspurt Weltmeister Roman Weidenfeller auf die Bank verdrängt und will den Status als Nummer eins natürlich auch in der zweiten Saisonhälfte verteidigen. Doch während er im australischen Sommer um den ersten Asien-Meistertitel seiner Socceroos überhaupt kämpft, droht er seinen Stammplatz im Dortmunder Tor aus der Ferne quasi kampflos wieder an Weidenfeller zu verlieren.

Von der Abwesenheit zahlreicher Top-Leute betroffen ist mehr als ein Drittel der Erstligisten. Bei Hannover 96 fehlt Hiroshi Kiyotake, bei Bayer Leverkusen Offensivmann Robbie Kruse. Eintracht Frankfurt muss auf Makoto Hasebe und Takashi Inui verzichten, 1899 Hoffenheim auf Jin-Su Kim; und der Zweitliga-Spitzenreiter FC Ingolstadt erst einmal ohne die Tore seines australischen Stürmers Mathew Leckie auskommen.

Entsprechend sauer sind die Vereinsverantwortlichen. „Das ist eine Katastrophe“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Sport Bild“ und schloss in seinen markigen Worten gleich noch das Fehlen von Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang wegen des Afrika-Cups in Äquatorialguinea (17. Januar bis 8. Februar) mit ein.

Hannovers Vereinschef Martin Kind polterte ein bisschen gegen Deutsche Fußball Liga und Deutschen Fußball-Bund und forderte eine Verlegung der Kontinentalmeisterschaften von den Wintermonaten in den Sommer.

Prophylaktisch hatte auch schon mal Schalke-Manager Horst Heldt gemeckert („Es nervt“) - um dann jedoch erleichtert zur Kenntnis zu nehmen, dass Japans Nationaltrainer Javier Aguirre auf Atsuto Uchida verzichtet. Wie groß das Dilemma für Kagawa & Co. ist, zeigt die Terminierung: Rückrunden-Start in der Bundesliga ist am 30. Januar, das Finale beim Asien-Cup am 31. Januar.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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