Afghan Premier League
Anpfiff für Afghanistans erste Fußball-Liga

Der Fußball in Afghanistan hat jahrzehntelang gelitten, war zwischenzeitlich sogar verboten. Nun geht in dem Land die erste eigene Liga an den Start. Die Spieler dafür mussten sich zuvor durch eine Casting-Show kämpfen.
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KabulIn Afghanistan sind am Dienstag die ersten Spiele der Fußball-Liga in der Geschichte des vom Krieg geschundenen Landes angepfiffen worden. Ein Ziel sei es, „den Fußball in Afghanistan zu stärken und eine nachhaltige Entwicklung des Fußballs im ganzen Land zu gewährleisten“, sagte Liga-Chef Shafiq Gawhari. „Zweitens wollen wir zur nationalen Einigung in Afghanistan und dem Friedensprozess beitragen.“

Acht Teams - eines für jede Region des Landes - bilden die Afghan Premier League APL. Zum Auftakt in Kabul kamen rund 5000 Zuschauer. 65 Prozent der Afghanen seien unter 25 Jahre alt. „Wir möchten ihnen Hoffnung für ein friedvolles Leben geben“, betonte Gawhari. Hauptsponsor der Liga ist ein privates Telekommunikationsunternehmen.

Um die Spieler auszuwählen, hatten die Verantwortlichen einen zumindest im Fußball eher ungewöhnlichen Weg gewählt. Die Kicker wurden in einer Casting-Show (aus)gesucht - und nach einigen Wochen auch gefunden. Letztlich fällte eine Jury zusammen mit dem TV-Publikum die Entscheidung, wer mit dabei sein durfte.

In drei Jahrzehnten Krieg in Afghanistan hat nicht nur der Fußball, sondern der gesamte Sport gelitten. Unter dem Taliban-Regime waren Fußball, Fernsehen und jede Form der Unterhaltung sogar verboten. Später erlaubten die selbst ernannten Gotteskrieger zwar Fußballspiele. Doch die Pausen der Begegnungen im Ghazi-Stadion in Kabul dienten dazu, um Menschen öffentlich hinzurichten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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