Afrikaner träumen vom Achtelfinale
Ghana schockt Tschechien

Die afrikanischen "Black Stars" aus Ghana haben mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg über die ambitionierten Tschechen in einem mitreißenden Spiel dem afrikanischen Kontinent den ersehnten ersten Sieg bei der Fußball WM 2006 beschert und damit zugleich für die bislang größte Sensation des Turniers gesorgt. Dabei hätte der Sieg gegen die insgesamt enttäuschenden Osteuropäer, die zudem Ujfalusi durch eine rote Karte verloren, sogar noch höher ausfallen müssen. Nach diesem verdienten Erfolg für die Afrikaner ist das Rennen um den Einzug ins Achtelfinale in der Gruppe E wieder völlig offen.

KÖLN. Es war die 82 Minute, als die 45 000 Zuschauer im ausverkauften Kölner WM-Stadion endgültig völlig aus dem Häuschen waren. Muntari hatte gerade das 2:0 erzielt und damit das Spiel zu Gunsten der Afrikaner entschieden. Endlich einmal zu Gunsten von Afrikanern muss man wohl sagen. Denn es war nicht nur ein historischer Triumph für den WM-Debütanten Ghana. Es war die Erlösung für einen ganzen Kontinent, der bislang zwar überwiegend gute Kritiken, aber lediglich zwei Pünktchen durch Remis von Tunesien gegen Saudi-Arabien und Angolas am Vorabend gegen Mexiko eingefahren hatte. Und jetzt lagen sich alle in den Armen und ließen sich von den eigenen Fans und dem längst auf die Seite der "Underdogs" geschwenkten neutralen Fans feiern. "Oh wie ist das schön", hallte es durch die stimmungsvolle Arena.

"Wir haben bewiesen, was wir können", jubelte Kapitän Stephen Appiah und blickte sogleich mit Riesenoptimismus auf das entscheidende letzte Gruppenspiel gegen die USA: "Ich glaube, dass wir das Achtelfinale erreichen werden." Auch Trainer Ratomir Dujkovic war zufrieden: "Meine Spieler haben ein exzellentes Match gemacht. Wir sind sehr froh und glauben jetzt, dass wir die Gruppenphase überstehen können."

Tschechiens Trainerfuchs Karel Brückner hatte wohl so etwas geahnt. "Ich glaube, dass wir ein ganz schwieriges Spiel haben werden. Das wird schwerer als gegen die USA." Speziell das starke Mittelfeld der Ghanaer werde für die tschechische Abwehr "zu einer Herausforderung", hatte er vor der Partie orakelt.



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Die Warnungen sollten seinem Team schnell in den Ohren klingen. Denn der WM-Debütant aus Afrika, der nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Italien einen leidenschaftlichen Auftritt und Kampf bis zum Umfallen angekündigt hatte, begann das Spiel mit einem echten Paukenschlag. Der Sekundenzeiger war kaum einmal herumgelaufen, hieß es bereits 1:0 für Ghana. Ujfalusi war an einer Flanke von Kapitän Appiah vorbeigesprungen, Gyan nutzte die Chance und machte sich in seiner Heimat unsterblich: Aus 16 Metern überwand er Cech mit einem Flachschuss und erzielte das erste WM-Tor überhaupt in der Geschichte Ghanas.

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