Alles-oder-nichts-Partie
Klinsmann: „Ausscheiden wäre Katastrophe“

Die Anspannung im deutschen Lager steigt stündlich - und Jürgen Klinsmann erhöht vor dem ersten K.o.-Spiel sogar noch den Druck. Nach dem souveränen und umjubelten Durchmarsch ins Achtelfinale fordert der Bundestrainer jetzt mehr von seinem Team.

HB BERLIN. "Wir dürfen nicht ausscheiden, wir sind eine Fußball-Nation. Da ist schon das Ausscheiden im Viertelfinale eine Katastrophe", erklärte Klinsmann überraschend zwei Tage vor der Feuerprobe am Samstag (17.00 Uhr) in München gegen Schweden.

Der 41-Jährige würde persönlich sogar das Halbfinale als Erfolg und Legitimation für seine vor zwei Jahren begonnene Arbeit ansehen. "Alles wird analysiert werden. Aber für eine Nation wie unsere, die im eigenen Land spielt, ist, so schön der Start auch war, das Minimum die letzten Vier", sagte er am Donnerstag und sorgte damit 48 Stunden vor dem ersten Alles-oder-Nichts-Spiel für einen Paukenschlag.

Mit einem möglichen bösen Erwachen aus dem schwarz-rot-goldenen WM-Rausch wollte sich Klinsmann zwei Tage vor der Reifeprüfung gegen Schweden allerdings gar nicht befassen: "Daran verschwende ich keinen Gedanken, das verdränge ich." Vielmehr forderte er von seinem Personal, das in der Vorrunde viel Selbstbewusstsein getankt hatte, vollste Konzentration und vor allem eine weitere Steigerung in allen Bereichen. "Wir hatten es bisher noch nicht zu tun mit Kalibern wie Larsson, Ibrahimovic und Ljungberg. Da müssen wir unglaublich auf der Hut sein", warnte der Chef seine Spieler vor den Skandinaviern, die bei ihrem Gruppenfinale gegen England (2:2) mit starken Standards, Robustheit und großer körperlicher Fitness beeindruckt hatten.

"Wir müssen alles verfeinern, was wir vorher im Groben gemacht haben", betonte Klinsmann, der nach kurzem Durchschnaufen seiner Stammkräfte jede Vorbereitungsminute vor der Alles-oder-nichts-Partie präzise einteilte. Die Spieler bekamen am Donnerstag einen persönlichen Plan: Wann sind die Trainigseinheiten? Wann die Video- Analysen? Wann die medizinischen Behandlungen? Die Gruppen-Phase ist längst abgehakt, "dafür können wir uns nichts mehr kaufen", erklärte Kapitän Michael Ballack und forderte nochmals erhöhte Konzentration: "Es geht jetzt ans Eingemachte, jeder Fehler kann das Aus bedeuten. Das sollte uns aber nicht hemmen, sondern anspornen."

Der "hervorragende Frontmann" Klinsmann, wie Assistent Joachim Löw seinen Chef bezeichnete, hat in seinem Masterplan nicht nur ein intensives Gegner-Studium integriert, auch die verschiedensten Szenarien für die Partie gegen Schweden sind theoretisch bereits durchgespielt worden. "Wir haben immer einen Handlungsplan, was passiert, wenn...", versicherte Löw. Ob ein Rückstand, ein Platzverweis oder eine Verlängerung - Klinsmann hat Lösungen im Kopf. Der Bundestrainer und sein Stab sind sich nach den Erfahrungen der Vorrunde sicher, dass die deutschen Spieler auch gegen stärkere Gegner als Costa Rica, Polen oder Ecuador bestehen können. "Von Angst kann nach drei Siegen in Folge keine Rede sein", betonte Löw.

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