„Alles vergessen, was bisher passiert ist"
Mexiko jubelt nach glücklichem Achtelfinal-Einzug

Bei der mexikanischen Nationalmannschaft war der Jubel nach dem Achtelfinal-Einzug riesengroß. Jedoch musste die Truppe von Coach Ricardo La Volpe bei der 1:2-Niederlage gegen Portugal lange ums Weiterkommen zittern.

Trotz vieler kleinerer Pannen konnte sich die mexikanische Nationalmannschaft nach der 1:2-Niederlage gegen Portugal am Ende noch über den Einzug ins Achtelfinale freuen. In der Gruppe D reichten dem Team von Trainer Ricardo La Volpe vier Punkte, um mit den bereits vor der Partie qualifizierten Portugiesen den Gang in die nächste Runde perfekt zu machen. Dass eine Portion Glück und die Schützenhilfe des Iran im Spiel gegen Angola (1:1) dazu gehörten, störte am Ende niemanden mehr.

"Wir wollten natürlich nicht verlieren, aber wir sind trotzdem qualifiziert. Das ist das Einzige, was zählt", meinte Torschütze Francisco Fonseca und fügte mit Blick auf die wenig überzeugenden Leistungen von "El Tri" in der Vorrunde hinzu: "Wir müssen alles vergessen, was bisher passiert ist."

Omar Bravo verschießt Handelfmeter

25 Minuten vor Schluss hatte das große Zittern begonnen. Nachdem Omar Bravo einen Handelfmeter übers Tor geschossen (57.) und nur vier Minuten später Luis Perez nach dem ungeschickten Versuch einer Schwalbe die Gelb-Rote-Karte gesehen hatte, kam auch noch schlechte Kunde aus Leipzig. Dort war Angola gegen den Iran in Führung gegangen, und nur noch zwei Tore fehlten zum WM-Aus. In der Gelsenkirchener Arena wurde es plötzlich merklich stiller.

Erst als sich zehn Minuten vor Schluss auch der Ausgleichstreffer der Iraner herumgesprach, sangen die gut 20 000 Mexikaner wieder und ließen "La Ola" durch die Arena kreisen. Bei seiner vierten WM-Teilnahme in Folge erreichte Mexiko auch zum vierten Mal das Achtelfinale - jedesmal mussten die Mittelamerikaner aber bis nach dem letzten Gruppenspiel bangen.

Doch der erneute Einzug in die K.o.-Runde konnte nicht über die erneut schwache Leistung der Mexikaner hinwegtäuschen, auch wenn Trainer Ricardo La Volpe vom "besten WM-Spiel" seiner Mannschaft sprach. Die Portugiesen bestimmten vor allem in der ersten Halbzeit das Geschehen, obwohl das Team von Coach Luiz Felipe Scolari ohne fünf von einer Sperre bedrohte Stammspieler (Deco, Cristiano Ronaldo, Pauleta, Nuno Valente und Costinha) antrat und nach der schnellen Führung scheinbar nicht mehr mit voller Kraft spielte.

Scolari zufrieden mit der zweiten Garde

"Wir haben zwei Vorteile aus dem Spiel gezogen. Erstens sind die fünf Spieler, die draußen geblieben sind, nun fit für die nächste Runde. Zweitens haben die, die für sie gespielt haben, mir gezeigt, dass sie im nächsten Spiel eine Alternative sind. Unser Ziel, den ersten Platz, haben wir erreicht", meinte Scolari.

Nach den Toren von Maniche (6.) und Simao (24.), der nach einem stümperhaften Handspiel von Mexikos Kapitän Rafael Marquez im Strafraum den fälligen Elfmeter sicher verwandelte, sah es bereits nach dem dritten Sieg im dritten Spiel der Portugiesen aus. Nach dem Anschlusstreffer durch Fonseca (29.) zeigten die Mittelamerikaner zwar kämpferisch eine ansprechende Leistung, blieben aber spielerisch erneut hinter den Erwartungen zurück und waren vor dem Tor zu harmlos. "Wir kommen in den Strafraum, spielen uns Chancen heraus, aber unser Problem ist: Wir schießen keine Tore", meinte La Volpe.

© SID

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