Allzwecksport: Fifas Liebling
Von Trechtingshausen in die Welt

Bei der Fifa geben sich Bittsteller, die vermeintlich bahnbrechende Ideen verkaufen wollen, die Klinke in die Hand. Winfried Baaser hat mit seinen Produkten Erfolg. Wie der Pfälzer zum Generalunternehmer des Weltfußballverbandes wurde.

TRECHTINGSHAUSEN. Drei Wochen vor der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien setzt sich Winfried Baaser in seinen Citroën und fährt 422 Kilometer von Trechtingshausen nach Zürich. Er will die Fifa besuchen, den mächtigen Weltfußballverband. Auf dem Beifahrersitz transportiert der Pfälzer eine Schiedsrichterfahne.

Die Fifa-Zentrale, damals noch die Villa Derwald im Hitzigweg 11, "ist ziemlich schwierig zu finden", und Baaser kommt in Zeitnot. Er ist ein bisschen nervös ob seines Mutes, "einfach mal bei der Fifa anzurufen und da hin zu fahren", erzählt er.

Denn bei dem Weltverband geben sich Bittsteller, die vermeintlich bahnbrechende Ideen verkaufen wollen, die Klinke in die Hand. Die meisten werden schnell wieder hinaus gebeten. Baaser wird mit den nicht unbedingt einladenden Worten empfangen: "Hier will jeden Tag irgendjemand etwas vorstellen."



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Doch Baasers Schiedsrichterfahne kommt an. Die hat statt eines Holzgriffs einen Stab aus Glasfaser mit einem Korkgriff. Der Clou: Die Fahne ist aus fluoreszierenden Leuchtfarben in gelb und rot geschneidert. Sie ist leichter und besser zu sehen als herkömmliche Fahnen. Der Schiedsrichterausschuss der Fifa ist begeistert von der simplen Idee des damals 35-Jährigen. Ein paar Tage später ordert der Weltfußballverband telefonisch 100 Schiedsrichterfahnen. Baaser bringt sie kurz vor Beginn der WM zum Flughafen in Frankfurt am Main und übergibt sie Volker Roth, der heute Chef aller deutschen Schiedsrichter ist und damals als Linienrichter auf dem Weg nach Argentinien war.

Baaser hatte die Schiedsrichter-Fahnen der Fifa geschenkt - eine Investition, die sich lohnen sollte. Denn sie war Baasers Eintrittskarte in die Welt der Fifa und machte seine jungen Unternehmen "Allzwecksport", ein Versand für jedermann, und "b+d", die Firma für den Groß- und Fachhandel, bekannt. 28 Jahre und sechs Weltmeisterschaften später ist der schwergewichtige Pfälzer zum Generalunternehmer bei der Fifa aufgestiegen. "Wir sind auf jeden Fall im Endspiel", schmunzelt er und meint sein Equipment.

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