Als Nationaltrainer vorgestellt: Matthäus will mit Bulgarien zur Euro

Als Nationaltrainer vorgestellt
Matthäus will mit Bulgarien zur Euro

Als Heilsbringer sieht sich der von den Medien bereits als "Messias" gefeierte Lothar Matthäus zwar nicht. Doch mit ihm als neuem Nationalcoach soll es für den bulgarischen Fußball wieder steil nach oben gehen.

dpa SOFIA. Erste Mission des deutschen Rekordnationalspielers: Die Qualifikation für die Euro 2012 - auch wenn die Ausgangslage desaströs ist. "Mein Ziel ist die EM-Teilnahme. Das wird keine einfache Aufgabe, aber ich bin optimistisch", sagte der 49-Jährige bei seiner offiziellen Vorstellung in Sofia. "Aber das macht den Reiz aus und stellt die besondere Herausforderung dar."

Denn auf Matthäus, der einen Einjahresvertrag mit Option für zwei weitere Jahre unterschrieb, wartet eine Herkulesaufgabe. Sein zurückgetretener Vorgänger Stanimir Stoilow hinterließ dem Franken mit den beiden Pleiten gegen England (0:4) und Montenegro (0:1) einen Scherbenhaufen. Bulgarien ist mit null Punkten, null Toren, dafür aber fünf Gegentreffern Letzter der Gruppe G. Zudem sind sich die Granden im bulgarischen Verband untereinander spinnefeind. Seine siebte Trainerstation, für die "Loddar" ein Jahresgehalt zwischen 300 000 und 500 000 Euro bekommen soll, könnte für den zweimaligen Weltfußballer zur "Mission impossible" werden.

Aber missliche Ausgangslage hin oder her: Matthäus will es allen zeigen. "Als Trainer ist man immer von den Spielern abhängig. Aber ich denke, dass ich meinen Willen durchsetzen werde", meinte der Weltmeister, der Tabellenplatz zwei anpeilt. "Ich möchte, dass Bulgarien wieder seinen alten guten Ruf bekommt. Jetzt kommt es darauf an, das Potenzial abzurufen, das ohne Zweifel in der Mannschaft steckt." Um das Unmögliche möglich zu machen, hofft er nun auf die Rückkehr des ehemaligen Bundesliga-Legionärs Dimitar Berbatow: "Ich werde mit ihm sprechen. Er ist herzlichst willkommen."

Erstmals auf der Trainerbank wird Matthäus am 8. Oktober sitzen, wenn es gegen Wales geht. Zuvor will er sich intensiv mit seinen neuen Spielern beschäftigen und taktische Studien betreiben. Ein erstes Aufeinandertreffen mit dem Team soll es am 6. Oktober geben. Das nächste Spiel gegen die von seinem früheren Trainer Ottmar Hitzfeld betreuten Schweizer steigt am 26. März 2011.

Doch als erfolgreicher Coach konnte der Welt- und Europameister bisher nicht glänzen. Knapp 17 Monate war er zuletzt ohne Job, schien auf dem Abstellgleis. Vielmehr stand sein in die Öffentlichkeit gezerrtes Privatleben mit Ehefrau Liliana im Fokus. Das soll ab sofort aber der Vergangenheit angehören. "Ich bin hier, um als Trainer zu arbeiten und nichts anderes", bürstete der 49-Jährige die Fragen eines bulgarischen Journalisten ab.

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