Am Brandenburger Tor in Berlin
DFB-Kicker verabschieden sich in Berlin von Fans

Am Sonntag wird sich die deutsche Nationalmannschaft am Brandenburger Tor in Berlin von ihren Fans verabschieden. Für Bundestrainer Jürgen Klinsmann soll dies aber nicht das endgültige "Goodbye" sein.

Als "Weltmeister der Herzen" will sich die deutsche Nationalmannschaft mit einer großen Feier am Brandenburger Tor am Sonntag von ihren Fans verabschieden - doch für den Wahl-Kalifornier Jürgen Klinsmann soll es nicht das endgültige "Goodbye" sein. Vor dem Spiel um Platz drei am Samstag in Stuttgart gegen Portugal (21.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) haben am Donnerstag die Spieler noch einmal ihren Wunsch deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie auch nach der WM mit dem Bundestrainer weiterarbeiten möchten.

"Spieler sind begeistert und topmotiviert"

"Jürgen hat mit seinen Methoden gewisse Abhängigkeiten geschaffen. Die Spieler sind begeistert und alle topmotiviert. Es wäre eine sehr, sehr große Enttäuschung, wenn er aufhören würde. Auch weil man nicht weiß, was danach kommt", sagte Torwart Jens Lehmann am Donnerstag in Berlin stellvertretend für seine Kollegen und machte sogar seine eigene Zukunft von der Entscheidung Klinsmanns abhängig.

Klose: Kein Trend erkennbar

Noch lässt der 41-Jährige seine Spieler zappeln. Es gebe keinen Trend, berichtete Torjäger Miroslav Klose, "die Person Klinsmann ist aber ein sehr großer Baustein bei der Nationalmannschaft. Jeder wünscht sich, dass er weitermacht. Er ist ein faszinierender Trainer".

Schon direkt nach dem WM-Halbfinale gegen Italien (0:2 n.V.) hatte sich auch die DFB-Spitze um den Geschäftsführenden Präsidenten Theo Zwanziger für einen Verbleib Klinsmanns ausgesprochen. Der will das Turnier jedoch "erst einmal sacken lassen und alles in Ruhe mit seiner Familie besprechen".

Abschied mit Anstand

Die Diskussion um die Zukunft des Bundestrainers überlagert derzeit auch die Vorbereitung auf die Partie gegen die Portugiesen. Dabei wollen Michael Ballack und Co. alles dafür tun, um sich mit Anstand von den Fans zu verabschieden. "Wir richten die volle Konzentration auf das Spiel", versprach der fünffache Torschütze Klose, der auch noch persönliche Ziele verfolgt: "Im Vordergrund steht, dass wir Dritter werden, aber es ist natürlich etwas ganz Großes, Torschützenkönig zu werden. Ich wünsche mir, dass wenigstens ein Titel in Deutschland bleibt."

Einen Titel hat die DFB-Auswahl bei den Fans aber schon jetzt sicher: "Weltmeister der Herzen". Bei ihren bisher sechs WM-Auftritten haben die "Klinsmänner" sehr viele Sympathiepunkte gesammelt. Deshalb entschied sich die Mannschaft, am Sonntag von Stuttgart noch einmal nach Berlin zurückzukehren, um sich ab 12.00 Uhr auf der Fanmeile am Brandenburger Tor, wo bis zu einer Million Menschen erwartet werden, noch einmal gebührend zu verabschieden.

"Das ist für uns als Mannschaft sehr wichtig. Wir wissen, wie weit uns die Euphorie der Fans getragen hat. Wir wollen mit dieser Aktion etwas zurückgeben", sagte Klose. Das werde ein "faszinierendes Erlebnis". Lehmann erwartet von der Abschiedsfete in der Hauptstadt "ein bleibendes Bild. Wir haben es geschafft, die Leute zu begeistern. Das ist zum Abschluss ein emotionaler Höhepunkt und eine Geste, die von großer Bedeutung ist".

Bereits am Samstag beim Spiel könnte es auch zu einer Geste von Lehmann in Richtung Oliver Kahn kommen. Möglicherweise verzichtet die Nummer eins zu Gunsten des Münchners auf einen Einsatz. "Ich weiß noch nicht, was die Trainer vorhaben. Aber Oliver hätte es verdient. Er hat sich hervorragend verhalten, es hat einige schöne Gesten von ihm gegeben. Das wäre für ihn ein versöhnlicher Abschluss", meinte Lehmann.

Um für das Spiel um Platz drei nach zwei 120-Minuten-Fights gerüstet zu sein, hat der Bundestrainer das Pensum deutlich reduziert. Am Donnerstag hatte das Team frei, am Freitagvormittag ist in Berlin noch eine Trainingseinheit geplant. Abwechslung ist angesagt, da der Frust immer noch groß ist. "Die Stimmung ist eigentlich noch schlechter als direkt nach dem Spiel, weil man nach dem Frankreich-Spiel weiter realisiert hat, welch große Chance man verpasst hat", sagte Lehmann.

© SID

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